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Die Türme von Görlitz » Das wehrhafte Görlitz entdecken

Görlitz ist eine Stadt der Türme. Die Türme und Basteien schützten die wehrhafte Stadt Görlitz im Mittelalter und prägen auch heute noch die Görlitzer Altstadt. Besonders durch den Verlauf der Handelstraße via regia war Görlitz ein bedeutsames Handelszentrum welches sich besonders wehrhaft zeigte. Ein Teil dieser Wehranlagen waren die in die Stadtmauer eingebunden Tortürme, Basteien und Zwinger. Auch wenn große Teile der Mauer im 19. Jahrhundert der Stadtvergrößerung zum Opfer fielen, sind bis heute drei bedeutsame Türme und einige andere Wehranlagen und Basteien geblieben, diese sehen wir uns hier genauer an.

Historische Wehranlagen

Heute sind die vielen gut erhaltenen Wehranlagen und Türme von Görlitz ein Beweis, wie sehr die Görlitzer ihre Stadt lieben. Der Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. (FVKS) bietet eine Vielzahl von Führungen und Entdeckertouren an.

Das erfahrt ihr über die Türme in Görlitz:

 

Stadt der Türme Görlitz

Warum hat Görlitz so viele Türme?

Zwischen dem 13. und 19. Jahrhundert war die Stadtmauer eine wichtige Verteidigungsanlage. Die Türme von Görlitz sind steinernde Zeitzeugen und prägen das Stadtbild und öffnen eine Tür zu vielen spannenden Geschichten. Entstanden sind die Türme von Görlitz bereits nach der Stadtenstehung um 1220 als das ursprüngliche Stadtgebiet um die Peterskirche und den Vogtshof mit einer massiven Wehranlage aus einem hohen Mauerring mit hervorragenden Mauertürmen geschützt wurde.

Kupferstich Daniel Pezolds der Stadt Görlitz aus dem Jahr 1714, Bild: wikimedia, Lizenz, public domain – gemeinfrei

Zur Verteidigung der Stadt Görlitz wurden im Laufe der Zeit Verstärkungen wie Tortürme, Bastionen, Vortürme mit Zwingern geschaffen. DieTürme und Wehranlagen dienten der Abschreckung und waren ein Beweis der Wehrhaftigkeit der Stadtbevölkerung,  Ein zweiter vorgelagerter Mauerring schützte auch die Vorstädte. Die Menschen wohnten in der immer reicher werdenden Stadt, aber auch zwischen den Stadtmauern herrschte reges Treiben, es wurde Obst angebaut, Wild und Nahrung gelagert und die Görlitzer Tuchmacher stellten ihre Spannrahmen auf. Die Wachtürme dienten dem Schutz der Stadt Görlitz, die Tortürme ließen die Handelstreibenden der via regia und Besucher der Stadt hinein- oder heraus.

 

Der Rathausturm von Görlitz

Rathaus über den Dächern von Görlitz

Mit einer Höhe von 63 Metern überragt der Rathausturm die Häuser der Stadt. Seine erste Erwähnung führt auf das 14. Jahrhundert zurück. In den letzten Jahren wurde der Turm mehrfach umgestaltet und ist Stück für Stück gewachsen. Im Prinzip musst du selbst entschieden, ob der Rathausturm wirklich der schönste Turm der Stadt ist. Auf der einstündigen Führung erfährst du eine Menge über die Geschichte des Turmes und der Stadt. Zudem bekommst du einen Einblick in den Turmwächter-Alltag.

Die Wachtürme von Görlitz

Der Dicke Turm, der Nikolaiturm und der Reichenbacher Turm sind drei der verbliebenen Görlitzer Wach- und Tortürme. Seit 2007 ist der Förderverein Kultur Stadt Görlitz-Zgorzelec e.V. für die Türme verantwortlich. Von März bis Ende Dezember kannst du im Rahmen einer Führung den Turm besteigen.

Reichenbacher Turm

Reichenbacher Turm Görlitz

Reichenbacher Turm Görlitz

Der Reichenbacher Turm ist mit 51 m der höchste. Das macht den Wehrturm zum Museum und Aussichtsturm. Im ältesten Stadtteil liegt der Nikolaiturm. Er ist Bestandteil der damaligen Stadtbefestigung. Seine steile Spitze zerstörte der Stadtbrand 1717. Nach der Restaurierung bekam der Turm eine runde Haube.

Nikolaiturm

Nikolai Turm Görlitz

Nikolaiturm Görlitz

Der Nikolaiturm beherbergte unzählige Generationen an Türmern und die ersten Stadtmusikanten. Der letzte Türmer ist 1904 ausgezogen. Heute läutet die Glocke elektronisch. Die Görlitzer haben die Turmspitze 1999 restauriert. Die ortsansässigen Heimatforscher bauten ein Türmer-Stübchen nach dem historischen Vorbild.

Dicke Turm

Dicke Turm Görlitz

Dicke Turm Görlitz

Der Frauenturm oder der dicke Turm hat seinen Namen der massiven Bauweise zu verdanken. Er ist der dickste Turm mit einer Mauerstärke von bis zu 5,34 m. Vor vielen Jahren besaßen die Görlitzer vier große Wehrtürme. Die Görlitzer müssen ihre Türme lieben. Sie investierten unzählige freiwillige Arbeitsstunden, um den Turm von 1971-1980 in Stand zu setzen. Wenn du die Treppen hinaufsteigst oder an der beeindruckenden Fassade entlangläufst, solltest du dich bei den Anwohnern bedanken.

Der Kaisertrutz

Seit 1930 finden im Kaisertrutz Ausstellungen statt. Die Besucher und Görlitzer können sich Exponate in einem naturhistorischen Museum anschauen. Im Januar 2015 eröffnete in der 3. Etage die „Galerie der Moderne“. Zu sehen sind circa 200 Grafiken, Skulpturen, Gemälde und Arbeiten der Künstler, die in Görlitz lebten oder mit der Stadt verbunden sind.

Du bewegst dich von Etage zu Etage durch die Görlitzer Geschichte:

  • Untergeschoss: 1200 v.Chr. bis 1300
  • Erdgeschoss: 1300 bis 1850
  • Obergeschoss: 1850 bis 1990
  • Obergeschoss: Wechselnde Ausstellungen, beispielsweise Fotografie der Lausitz und Sachsen
  • Obergeschoss: Galerie der Moderne nach Kunstepochen sortiert

Hotherbastei

Hotherbastei mit Vogtshof

Die Hotherbastei befindet sich unterhalb vom Vogtshof am Nikolaizwinger. Sie gehört zur letzten erhaltenen Eckbastion. Der Gartenarchitekt Henry Kraft hat 1953 und 1954 den angrenzenden Nikolaizwinger zu einer Gartenanlage umgestaltet. Der zweigeschossige Turm hat im Mauerwerk einzelne Schießscharten. Im oberen Geschoss befinden sich mehrere Kanonenluken. Unterhalb des Zwingers liegt die Nikolaivorstadt. Dieses Gebiet befand sich damals außerhalb der Stadtmauer. Aus diesem Grund errichteten die Görlitzer die Hotherbastion und den Zwinger, um ihre Einwohner zu schützen.

Heute befindet sich das Studentenwohnheim Dresden im Vogtshof von Görlitz. 242 Plätze gibt es für die Studenten der Hochschule Görlitz. In dem Nordflügel befindet sich der Studentenclub Maus. Einst wurde der Vogtshof als Sitz für die landesjährlichen Beamten der Oberlausitz errichtet und später zum Zuchthaus und zur Garnisonskaserne.

Ochsenbastei

Ochsenbastei

Die Ochsenbastei gehört zu den östlichen Wehranlagen der Stadt Görlitz und ist Teil der Görlitzer Stadtmauer. Die Bastei schützte einen Nebenausgang der Stadt. Der Ochsenzwinger ist heute eine öffentliche Grünanlage, hier ist die innere und äußerer Stadtmauer noch gut zu sehen. 1963 wurde die Ochsenbastei umgestaltet und im Jahr 2000 umfassend renoviert.

Die historischen Türme in Görlitz

Webertor Görlitz, Bild: gemeinfrei

Frauenturm und Frauentor, Bild: gemeinfrei

Neißeturm und Neißetor, Bild gemeinfrei, Derivat: Südstädter

Nikolaitor in Görlitz

Nikolaitor und Nikolaiturm in Görlitz, Bild: gemeinfrei

 

Wehranlagen, Basteien und Türme in Görlitz

Name Baujahr Nutzung Höhe
Reichenbacher Turm 13. Jahrhundert Wehrturm, Stadtbestfestigung 51 Meter
Rathausturm 1378 Aussichtsturm, Rathaus, Wehrturm 63 Meter
Dicker Turm oder Frauenturm 1250 Wehrturm, Stadtbestfestigung 46 Meter
Nikolaiturm 1250 Wehrturm, Stadtbestfestigung 45 Meter
Kaisertrutz 1427 Verteidigung der Stadt, eine von 32 Bastionen K.A.
Hotherturm 13. Jahrhundert Bastei, Bestandteil der Stadtmauer K.A.
Vogtshof 13. Jahrhundert Garnisionskaserne, Strafanstalt, Sitz des Amtsoberhauptes K.A.
Nikolaizwinger 1953/54 Umgestaltung Schutz der Stadt durch doppelten Stadtmauerring, Gartenanlage K.A.
Stadtmauer 1220 Verteidigung der Stadtanlage,

Schutz vor Angreifern

6 bis 8 Ellen (6 bis 9 Meter)

Unser Lesetipp:  Görlitz: Architektur · Kunst · Geschichte

Görlitz: Architektur · Kunst · Geschichte
  • Paul, Jürgen (Autor)
  • 184 Seiten - 28.03.2011 (Veröffentlichungsdatum) - Sandstein Kommunikation (Herausgeber)

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Turmführungen & Turm Tour

Souvenirjäger aufgepasst: Bei den Führungen der Turm-Tour vergeben die ehemaligen Türmer Turmstempel in den Wachstuben.

FVKS Team TurmTour
Telefon: +49 (0)3581 767 83 50,
E-Mail: turmtour@goerlitz-zgorzelec.org
Facebook: facebook.com/Turmtour.FVKS

FVKS – Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V.
Untermarkt 23
D-02826 Görlitz
Internet: goerlitz-zgorzelec.org

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