Unser Ausflug nach Bolesławiec und die Bunzlauer Sehenswürdigkeiten
Das polnische Bolesławiec (Bunzlau) in Niederschlesien ist nicht nur wegen seiner malerischen Lage im Bober-Tal eine Reise wert. Die „Stadt des guten Tons“ ist seit Anfang des 15. Jahrhunderts für seine Keramiktöpferei berühmt. Bereits im Jahr 1753 schuf ein Töpfermeister den größten Topf der damaligen Zeit. Er erhielt den Namen „Großer Topf“. Der 1945 zerstörte „Große Topf“ hatte eine Höhe von über zwei Metern und wog etwa 12 Zentner. Im Keramikmuseum findest Du eine große Auswahl gut erhaltener Stücke. Besonders sehenswert sind die prunkvollen Fassaden der Bürgerhäuser am Marktplatz. Dort bestaunst Du die liebevoll restaurierten Gebäude aus Renaissance und Barock.

Sehenswertes in Bolesławiec
Wer durch das niederschlesische Bolesławiec – auf Deutsch Bunzlau – schlendert, merkt schnell: Diese Stadt lebt von ihrer Geschichte. Und von Ton. Seit über 600 Jahren wird hier Keramik gefertigt, gebrannt, bemalt und in alle Welt verschickt. Doch Bolesławiec ist mehr als nur die berühmte blau-weiße Bunzlauer Keramik. Es ist eine Stadt mit architektonischem Selbstbewusstsein, bewegter Historie und überraschend vielseitigen Ausflugszielen für Familien.
Die „Stadt des guten Tons“
Der Beiname ist kein Marketinggag, sondern historisch gewachsen. Bereits im frühen 15. Jahrhundert entwickelte sich Bolesławiec zu einem Zentrum der Keramiktöpferei. Das sogenannte Bunzlauer Steinzeug wurde wegen seiner besonderen Qualität geschätzt: robust, hitzebeständig und kunstvoll verziert mit der typischen Stempeltechnik in Kobaltblau.
Eine Legende der Stadt war der „Große Topf“. Im Jahr 1753 fertigte ein Töpfermeister das damals größte Gefäß seiner Zeit. Über zwei Meter hoch, rund zwölf Zentner schwer – ein technisches Meisterwerk. Der Zweite Weltkrieg zerstörte das Original, doch der Mythos lebt weiter und unterstreicht den handwerklichen Stolz der Region.
Keramikmuseum – 6.000 Exponate und gelebte Handwerkskunst
Muzeum Ceramiki w Bolesławcu
Im Keramikmuseum tauchst Du tief in die Geschichte der Bunzlauer Keramik ein. Mehr als 6.000 Exponate dokumentieren die Entwicklung vom schlichten Gebrauchsgeschirr bis zu kunstvollen Sammlerstücken. Besonders beeindruckend: Stücke aus dem frühen 18. Jahrhundert und die Vielfalt europäischer Keramiktraditionen im Vergleich.
Für Familien spannend sind die regelmäßig angebotenen Workshops. Hier wird nicht nur ausgestellt, sondern gearbeitet. Kinder wie Erwachsene können selbst stempeln, formen und erleben, wie aus Ton ein Gebrauchsgegenstand wird. Genau das macht den Besuch lebendig.
Das Keramikfest – ein Stadtfest mit internationalem Charakter
Jedes Jahr im August verwandelt sich Bolesławiec in eine große Freiluftbühne. Über 100 Aussteller präsentieren ihre Keramik – traditionell gefertigt, modern interpretiert oder künstlerisch experimentell. Das Keramikfest zählt zu den größten seiner Art in Polen.
Ein besonderer Moment: der während der Festtage brennende Keramikofen im öffentlichen Raum. Dazu kommen Konzerte, Straßentheater, Mitmachangebote und Vorführungen von Keramikkünstlern. Es ist weniger Markt, mehr Festival – mit starkem regionalem Selbstbewusstsein.
Der Ring – Herzstück mit Renaissance-Charme
Rynek w Bolesławcu
Der rund 9.000 Quadratmeter große Marktplatz – der „Ring“ – bildet das architektonische Zentrum der Stadt. Farbige Bürgerhäuser mit aufwendig restaurierten Fassaden aus Renaissance und Barock säumen den Platz. Dazwischen findet sich sogar ein spätgotisches Gebäude.
Im Mittelpunkt steht das Rathaus aus dem 15. Jahrhundert. Gotische Portale, ein sechseckiger Turm und ein spätgotisches Gewölbe zeugen von der langen Baugeschichte. Spätere Umbauten integrierten Elemente aus Renaissance und Barock – ein stilistisches Mosaik, das den historischen Wandel widerspiegelt.
Hier sitzt Du im Café, beobachtest das Treiben und verstehst schnell, warum Bolesławiec mehr ist als eine Durchfahrtsstation zwischen Görlitz und Wrocław.
Sakrale Architektur mit bewegter Vergangenheit
Bazylika Wniebowzięcia NMP i św. Mikołaja w Bolesławcu
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde im 13. Jahrhundert errichtet, von Hussiten zerstört und später als dreischiffiger gotischer Bau wieder aufgebaut. Auch der Dreißigjährige Krieg hinterließ Spuren. Dennoch blieb der gotische Charakter bis heute erhalten – ein eindrucksvolles Beispiel mittelalterlicher Baukunst in Niederschlesien.
Kościół Matki Bożej Różańcowej w Bolesławcu
Die Maria-Hilf-Kirche, 1756 fertiggestellt, repräsentiert den barocken Saalkirchentyp. Der später ergänzte neugotische Glockenturm aus Sandstein setzt architektonische Akzente. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1967 renoviert und ist heute ein stiller, würdevoller Ort abseits des touristischen Trubels.
Boberviadukt – Technikgeschichte über dem Fluss
Viadukt nad Bobrem w Bolesławcu
Mit 489 Metern Länge zählt das Boberviadukt zu den markanten Ingenieurbauten der Region. Seit 1846 rollen hier Züge über den Fluss Bober. Auch dieses Bauwerk wurde 1945 zerstört, jedoch bereits zwei Jahre später wiederhergestellt.
Von unten betrachtet wirkt die Brücke monumental, besonders wenn ein Zug darüber fährt. Für technikinteressierte Besucher und Familien ein lohnender Abstecher – gut erreichbar und eindrucksvoll.
Kutusow-Denkmal – europäische Geschichte auf dem Marktplatz
Das 12 Meter hohe Denkmal zu Ehren des russischen Feldmarschalls Michail Illarionowitsch Kutusow wurde 1819 von König Friedrich Wilhelm III. gestiftet. Vier steinerne Löwen flankieren den Obelisken. Die Inschrift ist bis heute in deutscher und russischer Sprache erhalten – ein sichtbares Zeugnis europäischer Machtgeschichte im Stadtbild.
Salz-Therme – Entspannung im Neo-Renaissance-Ambiente
Die historische Bausubstanz von 1895 im italienischen Neo-Renaissance-Stil bildet den Kern der heutigen Salz-Therme. Ergänzt durch Sauna, Salzgrotte und Spa-Bereich ist sie ein moderner Erholungsort mit historischem Rahmen. Gegenüber lädt ein Café zum Ausklang ein – besonders an kühleren Tagen eine angenehme Ergänzung zum Stadtrundgang.
Anreise und praktische Hinweise
Von Görlitz erreichst Du Bolesławiec bequem per Direktzug oder über die A4. Auch von Dresden und Wrocław bestehen gute Verbindungen. Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in Wrocław, rund 120 Kilometer entfernt.
Die Städtepartnerschaft mit Siegburg unterstreicht die enge Verbindung über Landesgrenzen hinweg – insbesondere im Bereich Keramik und Schüleraustausch.

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Kontaktdaten:
Keramikmuseum Bolesławiec
Adresse: ul. Mickiewicza 13, 59700 Bolesławiec
Telefon: +48 75 644 47 00
Fax: +48 75 644 10 85
E-Mail: poczta@muzeum.bolslawiec.net.pl
Website: www.muzeum.Bolesławiec.net
Öffnungszeiten Keramikmuseum Bunzlau
Dienstag bis Samstag: 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Sonntag: 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Eintrittspreise Keramikmuseum Bunzlau
Erwachsene: 4.00 PLN
Kinder, Schüler und Studenten: 2.00 PLN
Am Donnerstag ist der Eintritt frei.
Touristeninformation:
Adresse: Pl. Piłsudskiego 1c, 59700 Bolesławiec
Telefon: +48 756456451
E-Mail: pitik@bok.Bolesławiec.pl
Website: http://www.um.Bolesławiec.pl




















