Das Waidhaus in der Görlitzer Altstadt

Waidhaus Görlitzer Altstadt
Foto: M. Förster

Das Waidhaus (oder Renthaus) unterhalb der Pfarrkirche St. Peter und Paul gehört zu den ältesten und schönsten Gebäuden von Görlitz. Einst diente es als Lagerstätte für ein besonderes Färbemittel. Heute beherbergt es ein Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege.

Waidhaus: Blickfang in der Görlitzer Altstadt

  • Das frei stehende Waidhaus ist dank seiner wunderschönen Fassade ein Blickfang in der Altstadt von Görlitz.
  • Da sich in dem Gebäude ein Fortbildungszentrum befindet, ist es für Besucher der Stadt nicht zugänglich.
  • In der Nähe gibt es verschiedene empfehlenswerte Restaurants, die zum Schlemmen einladen, darunter die Vierradmühle, das Café Oriental und das Caféhaus Lucullus.
  • Am Verkaufsfenster vom Eisstern an der Neißstraße heißt es, beherzt zuzugreifen. Hier probierst du neben verschiedenen Eissorten das beste Softeis der Stadt.

Ein Blick in die Geschichte und Gegenwart

Das Waidhaus ist, abgesehen von verschiedenen sakralen Glaubensstätten, das älteste Gebäude im Herzen der historischen Altstadt von Görlitz. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts fand das Bauwerk in den Stadtbüchern als „freier Hof“ Erwähnung. Das Waidhaus diente als Wirtschaftshof (Vogtshof) für die Burg des Landesherrn.

Nachdem die Stadt Görlitz im Jahr 1339 das Stapelrecht erhielt, mussten alle Händler der Oberlausitz ihr Waid für vier Wochen in Görlitz stapeln, um es den Bürgern zum Vorzugspreis zu verkaufen. Es gehörte damals zu den wichtigsten Handelswaren der Görlitzer Händler. Erst nach Ablauf eines Monates durfte der nicht verkaufte Waid nach Polen und Schlesien weitertransportiert werden. Eng verbunden mit dem Stapelrecht war die Nutzung der Via Regia als Transportweg für den Waid.

Was ist Waid? Waid ist ein besonderes Färbemittel. Der Farbstoff enthält gelbe Vorstufen des blauen Indigos. In einem aufwendigen Verfahren entsteht daraus der besondere Farbton, mit dem die Tuchweber damals ihre Stoffe färbten.

Über die geschichtliche Entwicklung des Waidhauses

Ende des 14. Jahrhunderts diente das Waidhaus als Brauhof. In den folgenden Jahren wechselte es häufig die Besitzer. Bekanntester Anwohner war der Bürgermeister Bartholomäus Eberhard.

1425 erwarb die Stadt das Haus von den Erben des ehemaligen Bürgermeisters.

Bis 1426 besaß das Gebäude noch einen beachtlichen Turm, der als Eberhardsturm in die Geschichte einging. Der Abriss erfolgte im Zuge der Hussitenkämpfe.

In den Jahren 1447 bis 1529 diente das Waidhaus als Schule.

Diese zog 1530 in die Krebsgasse zu und es erfolgte der Umbau zum Stapelhaus für den Waid. Umfangreiche Umbauten und eine Erhöhung erleichterten die Lagerung des Färbemittels. Bevor das Waidhaus seine Bestimmung als Lagerstätte erhielt, lagerten und verkauften die Händler den Waid in privaten Häusern.

Bis 1732 diente der Bau zur Lagerung des landvogtlichen Getreides. Daher der Zweitname „Renthaus“. Damals nutzte man das königliche Getreide als Zinsen (auch als Rente bezeichnet). Steinmetze aus dem 15. Jahrhundert verewigten sich mit Rötel im Putz des Gebäudes.

Die Zeichen der Steinmetze kamen bei Arbeiten im Innenbereich im Jahr 1908 zum Vorschein. Etwa zur selben Zeit entstand die benachbarte Peterskirche. Forscher gehen davon aus, dass das Waidhaus einst als Bauhütte für die Arbeiter diente, die an der Fertigstellung der Kirche beteiligt waren.

1578 trugen Arbeiter die Zwerchhäuser auf der Neißeseite ab und ebneten das Dach.

1936 stellten Handwerker den ursprünglichen Dachgiebel aus dem Jahr 1565 anhand eines Holzschnittes wieder her.

Nach der Wende im Jahr 1990 gehört das Waidhaus zu den ersten Gebäuden in Görlitz, die umfangreich saniert wurden.

Heute sitzt das Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege e. V. im Waidhaus. Zwischen 1991 und 1994 beteiligte sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an der Förderung  der Restaurierungsarbeiten. Seither prägt das Gebäude direkt neben der Peterskirche die beschauliche Altstadtsilhouette von Görlitz und gehört zu den beliebten Foto-Hotspots.

So kommst Du zum Waidhaus in der Altstadt

Der älteste gut erhaltene Profanbau von Görlitz befindet sich gegenüber der Peterskirche in der historischen Altstadt. Vom Bahnhof aus erreichst du dein Ziel mit dem Bus D in etwa 15 Minuten. Dazu steigst du am Nikolaiturm aus und gehst zu Fuß bis zum Waidhaus (etwa drei Minuten).

Optional nutzt du die Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang. Vom Bahnhof aus führt der Weg in etwa 30 Minuten vorbei am Senckenberg Naturmuseum, dem Obermarkt, dem Schlesischen Museum zu Görlitz und dem Untermarkt zum Waidhaus.

Wenn du planst, mit dem Auto nach Görlitz zu reisen, kannst du die kostenpflichtigen Parkplätze am Obermarkt sowie Elisabethplatz nutzen oder Du parktst im Parkhaus am Citycenter. Von dort gelangst du in wenigen Gehminuten Richtung Peterskirche zum Waidhaus.

Adresse:
Bei der Peterskirche
02826 Görlitz

377338baa6e04ca1921a5edd739616d1

Das Waidhaus (oder Renthaus) unterhalb der Pfarrkirche St. Peter und Paul gehört zu den ältesten und schönsten Gebäuden von Görlitz. Einst diente es als Lagerstätte für ein besonderes Färbemittel. Heute beherbergt es ein Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege.

Waidhaus: Blickfang in der Görlitzer Altstadt

  • Das frei stehende Waidhaus ist dank seiner wunderschönen Fassade ein Blickfang in der Altstadt von Görlitz.
  • Da sich in dem Gebäude ein Fortbildungszentrum befindet, ist es für Besucher der Stadt nicht zugänglich.
  • In der Nähe gibt es verschiedene empfehlenswerte Restaurants, die zum Schlemmen einladen, darunter die Vierradmühle, das Café Oriental und das Caféhaus Lucullus.
  • Am Verkaufsfenster vom Eisstern an der Neißstraße heißt es, beherzt zuzugreifen. Hier probierst du neben verschiedenen Eissorten das beste Softeis der Stadt.

Ein Blick in die Geschichte und Gegenwart

Das Waidhaus ist, abgesehen von verschiedenen sakralen Glaubensstätten, das älteste Gebäude im Herzen der historischen Altstadt von Görlitz. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts fand das Bauwerk in den Stadtbüchern als „freier Hof“ Erwähnung. Das Waidhaus diente als Wirtschaftshof (Vogtshof) für die Burg des Landesherrn.

Nachdem die Stadt Görlitz im Jahr 1339 das Stapelrecht erhielt, mussten alle Händler der Oberlausitz ihr Waid für vier Wochen in Görlitz stapeln, um es den Bürgern zum Vorzugspreis zu verkaufen. Es gehörte damals zu den wichtigsten Handelswaren der Görlitzer Händler. Erst nach Ablauf eines Monates durfte der nicht verkaufte Waid nach Polen und Schlesien weitertransportiert werden. Eng verbunden mit dem Stapelrecht war die Nutzung der Via Regia als Transportweg für den Waid.

Was ist Waid? Waid ist ein besonderes Färbemittel. Der Farbstoff enthält gelbe Vorstufen des blauen Indigos. In einem aufwendigen Verfahren entsteht daraus der besondere Farbton, mit dem die Tuchweber damals ihre Stoffe färbten.

Über die geschichtliche Entwicklung des Waidhauses

Ende des 14. Jahrhunderts diente das Waidhaus als Brauhof. In den folgenden Jahren wechselte es häufig die Besitzer. Bekanntester Anwohner war der Bürgermeister Bartholomäus Eberhard.

1425 erwarb die Stadt das Haus von den Erben des ehemaligen Bürgermeisters.

Bis 1426 besaß das Gebäude noch einen beachtlichen Turm, der als Eberhardsturm in die Geschichte einging. Der Abriss erfolgte im Zuge der Hussitenkämpfe.

In den Jahren 1447 bis 1529 diente das Waidhaus als Schule.

Diese zog 1530 in die Krebsgasse zu und es erfolgte der Umbau zum Stapelhaus für den Waid. Umfangreiche Umbauten und eine Erhöhung erleichterten die Lagerung des Färbemittels. Bevor das Waidhaus seine Bestimmung als Lagerstätte erhielt, lagerten und verkauften die Händler den Waid in privaten Häusern.

Bis 1732 diente der Bau zur Lagerung des landvogtlichen Getreides. Daher der Zweitname „Renthaus“. Damals nutzte man das königliche Getreide als Zinsen (auch als Rente bezeichnet). Steinmetze aus dem 15. Jahrhundert verewigten sich mit Rötel im Putz des Gebäudes.

Die Zeichen der Steinmetze kamen bei Arbeiten im Innenbereich im Jahr 1908 zum Vorschein. Etwa zur selben Zeit entstand die benachbarte Peterskirche. Forscher gehen davon aus, dass das Waidhaus einst als Bauhütte für die Arbeiter diente, die an der Fertigstellung der Kirche beteiligt waren.

1578 trugen Arbeiter die Zwerchhäuser auf der Neißeseite ab und ebneten das Dach.

1936 stellten Handwerker den ursprünglichen Dachgiebel aus dem Jahr 1565 anhand eines Holzschnittes wieder her.

Nach der Wende im Jahr 1990 gehört das Waidhaus zu den ersten Gebäuden in Görlitz, die umfangreich saniert wurden.

Heute sitzt das Fortbildungszentrum für Handwerk und Denkmalpflege e. V. im Waidhaus. Zwischen 1991 und 1994 beteiligte sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an der Förderung  der Restaurierungsarbeiten. Seither prägt das Gebäude direkt neben der Peterskirche die beschauliche Altstadtsilhouette von Görlitz und gehört zu den beliebten Foto-Hotspots.

So kommst Du zum Waidhaus in der Altstadt

Der älteste gut erhaltene Profanbau von Görlitz befindet sich gegenüber der Peterskirche in der historischen Altstadt. Vom Bahnhof aus erreichst du dein Ziel mit dem Bus D in etwa 15 Minuten. Dazu steigst du am Nikolaiturm aus und gehst zu Fuß bis zum Waidhaus (etwa drei Minuten).

Optional nutzt du die Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang. Vom Bahnhof aus führt der Weg in etwa 30 Minuten vorbei am Senckenberg Naturmuseum, dem Obermarkt, dem Schlesischen Museum zu Görlitz und dem Untermarkt zum Waidhaus.

Wenn du planst, mit dem Auto nach Görlitz zu reisen, kannst du die kostenpflichtigen Parkplätze am Obermarkt sowie Elisabethplatz nutzen oder Du parktst im Parkhaus am Citycenter. Von dort gelangst du in wenigen Gehminuten Richtung Peterskirche zum Waidhaus.

Adresse:
Bei der Peterskirche
02826 Görlitz

377338baa6e04ca1921a5edd739616d1

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