Der Langenhennersdorfer Wasserfall im Kurort Bad Gottleuba-Berggießhübel OT Langenhennersdorf hat eine freie Fallhöhe von etwa 9 Metern. Damit ist er der höchste natürliche Wasserfall am Rande der Sächsischen Schweiz. Direkt daneben befindet sich ein schmaler Felsspalt. In der Bruchhöhle sollen einer Sage nach einst die Quarkse gelebt haben. Die Zwergenhöhle ist vor allem bei den jüngeren Wanderern beliebt, die hier mit der Taschenlampe auf eine abenteuerliche Erkundung gehen. Mit dem Auto erreichst du den Langenhennersdorfer Wasserfall und die Zwergenhöhle von Pirna oder Königstein aus in 15 bis 20 Minuten. Vom Parkplatz aus sind es nur ein paar Schritte zu diesem besonderen Naturschauspiel.
Langenhennersdorfer Wasserfall: Ein Ort voller Geschichten und Natur
Wie imposant der Langenhennersdorfer Wasserfall ist, hängt von den aktuellen Witterungsbedingungen ab. Nach einer langen Trockenperiode führt er kaum oder gar kein Wasser. In seiner vollen Pracht erstrahlt der Wasserfall nach langen Regengüssen, dann rauscht das Wasser des Langenhennersdorfer Dorfbachs wie ein gewaltiger Sturzbach über mehrere Kaskaden hinab, ergießt sich in ein Becken und fließt nach der Unterquerung der S174 in die Gottleuba ab.
Den besten Blick auf das Naturschauspiel erhaschst du von der Brücke am Straßenrand aus. Auf der rechten Seite führt ein kleiner Weg ein paar Meter hinauf bis zum Becken des Wasserfalls. Eine Parkbank lädt zur Rast ein.
In direkter Nähe des Langenhennersdorfer Wasserfalls befindet sich ein von sieben kleinen Felsblöcken umringter runder Tisch aus Stein. Dieser erinnert an die Sage der Quarkse, die in der Vergangenheit im Cottaer Spitzberg und in einer Zwergenhöhle am Langenhennersdorfer Wasserfall gewohnt haben. Der Tisch entstand Ende des 18. Jahrhunderts im Auftrag des Rittergutsbesitzers Graf von Seckendorf.
Den Eingang von eben jener Zwergenhöhle erreichst du über eine steile Steintreppe mit unregelmäßigen Stufen (den sogenannten Quarksensteigstufen), die aus derselben Zeit wie der steinerne Tisch stammen. Der Weg führt über zwei hohe Felswände zu einem schmalen, dunklen Felsspalt, der an seiner engsten Stelle etwa 40 cm breit ist. Um das Innere der Bruchhöhle zu beleuchten, empfehlen wir eine Taschenlampe.
Die Zwergenhöhle am Langenhennersdorfer Wasserfall weckt die Entdeckerfreude der Jüngsten, die sich ein paar Meter in die enge Höhle hineinwagen. Das Zwergenloch entstand auf natürliche Weise und weist keine Bearbeitungsspuren auf. Nach einer kurzen Erkundung ist aufgrund der Enge Schluss. Danach geht es etwa 4 Meter senkrecht nach oben zum oberen Mundloch der Zwergenhöhle.
Es schließen sich keine zielführenden Waldwege oder Wanderrouten an. Nach dem kurzen Ausflug empfehlen wir einen Abstecher zum etwa 8 Autominuten entfernten Langenhennersdorfer Felsenlabyrinth – eine einzigartige Felslandschaft, die Naturabenteurer mit Kindern in ihren Bann zieht.
Tipp: Der Langenhennersdorfer Wasserfall ist kletterbar. Im Winter ist er ein beliebtes Ziel von Eiskletterern.
Die Sage der Quarkse am Langenhennersdorfer Wasserfall
Quarkse sind Zwerge, die den Bauern einst bei ihrem Tagewerk halfen und sich dabei ab und zu den Menschen zeigten. Eines Tages verliebte sich einer der Quarkse in ein Dorfmädchen und brachte sie zur Höhle am Langenhennersdorfer Wasserfall, die als Unterschlupf für ihn und seine Brüder diente.
Bei der Beichte verriet das Mädchen den geheimen Wohnort der Zwerge. Daraufhin sahen sich diese gezwungen, fortzuziehen. Auch die Quarkse aus dem Cottaer Spitzberg schlossen sich ihnen an. Nur einige wenige, die den Schatz im Berg bewachten, blieben zurück.
Der Sage nach brachen die Zwerge an einem nebligen Novembertag in Richtung Pirna auf. Durch den dichten Nebel im Tal waren sie nicht zu sehen. Nur das Tippeln ihrer kleinen Füße machte den Menschen ihren Aufbruch gewahr. In Pirna ließen sich die Quarkse von einem Fährmann über die Elbe setzen. Dieser verlangte von jedem Fahrgast einen Taler.
Nach der Überfahrt blieben unzählige Taler im Kahn zurück und machten aus dem Fährmann einen reichen Mann. Das Dorfmädchen, das das Geheimnis der Zwerge verraten hatte, starb an einem gebrochenen Herzen. Seither hat die kleinen Wesen niemand mehr gesehen. Die Sage ist nachzulesen im „Sagenbuch der Sächsischen Schweiz“ von Manfred Schober und Alfred Meiche.
Anfahrt zum Langenhennersdorfer Wasserfall und zur Zwergenhöhle
Die Anfahrt von Pirna oder Königstein erfolgt über die B 172 bis nach Krietzschwitz. Über die Krietzschwitz führt die Straße weiter geradeaus. An ihrem Ende geht sie in die Vorwerkstraße über. Danach links abbiegen in die Alt-Neundorf Richtung Langenhennersdorf. Nach 2,3 Kilometern geht die Straße in die Staatsstraße 174 (An der Waldburg) über.
Das Ziel befindet sich nach 750 Metern auf der linken Seite und ist bereits von der Straße aus gut zu erkennen. Hinter der Straßenbrücke befindet sich ein kleiner kostenloser Parkplatz für zwei bis vier Fahrzeuge. Er hat etwa die Größe einer Nothaltebucht. Daher kann es zu den Ferienzeiten, an den Wochenenden oder an Feiertagen passieren, dass der Parkplatz bereits voll ist.
Unser Tipp: Auf keinen Fall am Seitenstreifen parken. Falschparker zahlen in der Region saftige Strafen.
Anschrift:
Langenhennersdorfer Wasserfall
An der Waldburg 1 (S 174)
01816 Bad Gottleuba-Berggießhübel OT Langenhennersdorf
Anfahrt mit dem Bus
Von Pirna aus verkehrt die Linie 218 in Richtung Hellendorf Dorfplatz bis nach Langenhennersdorf. Der Einstieg erfolgt an der Haltestelle Pirna Breite Straße. In etwa 30 Minuten erreichst du die Haltestelle Langenhennersdorf Teich. Über die Hauptstraße und die Siedlungsstraße kommst du zu Fuß zur S 174 (An der Waldburg). Das Ziel befindet sich nach etwa 450 Metern auf der rechten Seite. Die kleine Wanderung dauert etwa 20 Minuten. Auf dem Weg kommst du am Kletterfelsen Kuckuckstein vor. Da die Staatsstraße dicht befahren ist, solltest du am Straßenrand besonders vorsichtig sein.
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