Nur ca. 30 min vom Großstadttrubel der Landeshauptstadt Dresden entfernt liegt das Weißeritztal mit seinem wohl schönsten Abschnitt, dem Rabenauer Grund zwischen Freital-Coßmannsdorf und Rabenau. Der dahinplätschernde Fluss und die Gleise der historischen Weißeritztalbahn schlängeln sich zusammen mit einem familienfreundlichen ca. 5 km langen Wanderweg durch das bis zu 120 Meter tiefe Tal. Links und rechts der bewaldeten Hänge ragen teils steile, bizarre Felsformationen auf, um die sich nicht wenige Sagen ranken. Geübte Wandernde zieht es in die höhergelegenen Seitentäler.

Seit dem Jahr 1961 ist der Rabenauer Grund ein Naturschutzgebiet zum Bewahren der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt. Mit etwas Glück erhascht man einen Blick auf eine der heimischen Fledermaus- und Vogelarten. Hier ist es zu jeder Jahreszeit schön: Im Frühling grünt und blüht es und im Sommer ist es erfrischend. Die Laubfärbung malt das Tal im Herbst bunt an und in kalten Wintern bilden sich bizarre Eisformen.
Anreise nach Rabenau und Parkmöglichkeiten
Die Stadt Rabenau befindet sich ca. 15 km südlich von Dresden hinter Freital. Sowohl am Markt als auch am Bahnhof Rabenauer Grund befinden sich Parkplätze.
Anfahrt mit Bus und Bahn
Aber auch mit einer Buslinie des RVSOE und mit der S-Bahn bis Freital-Hainsberg und der Weißeritztalbahn ist Rabenau aus Dresden über Freital erreichbar.
Wandertipp: Der Erlebnisweg – Sagenhafter Mühlenberg
Unweit des Marktes führt der Erlebnisweg „Sagenhafter Mühlberg“ bergab zum Bahnhof Rabenau und der Rabenauer Mühle. Mannshohe, hölzerne Sagenfiguren und kreative Sitzgelegenheiten säumen den Weg – ein Foto-Highlight.
Die Rabenauer Mühle erfüllt zwar ihren eigentlichen Zweck heute nicht mehr. Dafür lädt die SB-Gastwirtschaft „Zum Wanderer“ zu einer Stärkung ein, bevor die Wanderung beginnt. 1834 ließ der hiesige Müller einen wandertauglichen Pfad durch das Dickicht schlagen und zog damit Maler und Dichter der Romantik und allerlei Naturbegeisterte an. Die Inbetriebnahme der Schmalspurbahn erhöhte die Beliebtheit Anfang des 20. Jahrhunderts. Mit Unterbrechungen schnaufen die Loks der Weißeritztalbahn bis heute über Brücken mal links mal rechts des Weges und lassen nicht nur Kinderherzen höherschlagen. Leider sorgte der wildwasserähnliche Charakter der Roten Weißeritz immer wieder für Rückschläge, was sich erst durch die Fertigstellung der Talsperre Malter flussaufwärts im Jahr 1913 weitgehend änderte. Der gebändigte Fluss fließt nun erfrischend am Wanderweg entlang. Informationstafeln informieren über historische Ereignisse, Sagen und die umgebende Natur.
Am Bahnhof Coßmannsdorf fahren müde Füße mit der Weißeritztalbahn zurück. Oder Sie wandern bergan wieder nach Rabenau, vorbei an der Rollmops-Schänke und über den Eckersdorfer Weg mit herrlicher Weitsicht.
Besucher können den aktuellen Fahrplan sowie die Preise der Weißeritztalbahn direkt auf der Website unter www.weisseritztalbahn.com einsehen.
Zu Besuch im Deutschen Stuhlbaumuseum Rabenau
Zurück am Rabenauer Markt wird klar, dass es sich in Rabenau mehr als anderswo um Stühle dreht. Friedrich Zürner, Landvermesser von Sachsens Kurfürst Friedrich August dem Starken, schrieb 1720: „Rabenau, hier ist merkwürdig, dass fast alle Einwohner Stuhlmacher sind“.

Der hübsch gestaltete Stuhlbrunnen am Markt veranschaulicht die ärmlichen Verhältnisse der Stuhlbaufamilien. Wer den Blick schweifen lässt, entdeckt die Kirche St. Egidien und die restaurierte Postmeilensäule im grünen Bereich des Marktes.
Dahinter, im ehemaligen Vorwerk der nicht mehr existierenden Burg ist das Schmuckkästchen der Stadt untergebracht: das Deutsche Stuhlbaumuseum. Neben Heimatgeschichte finden hier wechselnde Sonderausstellungen statt. Vor allem aber widmet sich das Museum der Entwicklung der Stuhlbaugewerke von den Anfängen bis zur Industrialisierung mit großem Repertoire historischer Werkzeuge, Stühle und einem original erhaltenen Maschinenraum aus dem 19. Jahrhundert. Dabei sieht sich das Museum als Ort zum Begreifen und lädt zum Ausprobieren verschiedener Werkzeuge und Anfassen des Werkstoffes Holz ein.
Wo:
Deutsches Stuhlbaumuseum Rabenau
Lindenstraße 2
01734 Rabenau
Webseite
Tipps zu Ausflugsmöglichkeiten und Gastgebern in Rabenau und Umgebung erhalten Besucher bei der Tourismus-Information Rabenau oder auf der Webseite.
Copyright: Foto: Doreen Kadner, Daniela Simon



















