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Bautzener Sagenpfad: 10 Stationen durch die Altstadt

Bautzen Tuerme
Foto: M. Förster

Seit Juni 2026 führt ein neuer Sagenpfad durch die Bautzener Altstadt. Zehn feste Figuren verbinden bekannte Orte wie Postplatz, Reichenturm, Hauptmarkt, Burgwasserturm und Alte Wasserkunst mit regionalen und sorbischen Erzählungen. Die Geschichten lassen sich über QR-Codes auf Deutsch und Obersorbisch anhören. Der Rundgang ist damit kein klassischer Lehrpfad, sondern eine selbstständig nutzbare Entdeckertour für Familien, Stadtgäste und alle, die Bautzen einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen möchten.

Der Bautzener Sagenpfad: Das Wichtigste in Kürze

  • zehn feste und sechs mobile Stationen sind vorgesehen
  • die festen Stationen liegen in und rund um die Bautzener Altstadt
  • QR-Codes führen zu gesprochenen Geschichten
  • die Hörfassungen sind auf Deutsch und Obersorbisch verfügbar
  • genutzt werden können die Apps Audoria und SmartGuide
  • Brailleschrift erleichtert den Zugang zu den digitalen Inhalten
  • die Stadt nennt keine feste Dauer und keinen Eintrittspreis für den selbstständigen Rundgang

Was steckt hinter dem neuen Sagenpfad?

Der Bautzener Sagenpfad wurde am 26. Juni 2026 eröffnet. Das Konzept verbindet die historische Altstadt mit Figuren aus dem regionalen und besonders aus dem sorbischen Sagenschatz. Statt die Geschichten nur auf Tafeln zusammenzufassen, setzt die Tour auf kleine Figuren, QR-Codes und Hörinhalte. Dadurch entsteht ein Rundgang, der Stadtgeschichte, Handel, Handwerk und alte Erzählungen miteinander verknüpft.

Die zehn festen Stationen bilden den Kern. Hinzu kommen sechs mobile Figuren, zu denen die Stadt zum Prüfzeitpunkt noch keine ausführlichen Standorte veröffentlicht hatte. Der Pfad ist ausdrücklich erweiterbar. Finanziert wurde das Projekt unter anderem durch das Sächsische Staatsministerium des Inneren sowie aus dem Preisgeld für den zweiten Platz beim Wettbewerb „Ab in die Mitte! – Die City-Offensive Sachsen“ 2024.

Die zehn festen Stationen in der Bautzener Altstadt

Die offizielle Reihenfolge beginnt am Postplatz und führt anschließend durch das Zentrum bis in die Innere Lauenstraße. Wer den Sagenpfad vollständig ablaufen möchte, sollte die Stationen nicht nur als Fotomotive betrachten: Die eigentlichen Geschichten stecken in den Hörinhalten hinter den QR-Codes.

1. Sprejnik am Postplatz

Am Postplatz begegnet Ihr dem Riesen Sprejnik. Seine Sage erzählt vom Ursprung der Spree und führt zugleich in die Geschichte Bautzens ein. Damit eignet sich der Platz als nachvollziehbarer Startpunkt der Tour.

2. Lutki-Großmutter am Kornmarkt-Center

Auf einer Bank am Kornmarkt sitzt eine alte Lutkin mit ihrem Enkel Mudraczk. Ihre Geschichte greift Wissen über Geld, Handel und das Leben der Kaufleute auf. Der Sagenpfad stellt hier einen direkten Bezug zur früheren Handelsstadt her.

3. Ritter Dutschmann am Reichenturm

Beim Reichenturm sitzt Ritter Dutschmann zu Pferde. Er übernimmt eine Art Erzählerrolle und führt durch Geschichten über Märkte, Menschen und die Geheimnisse alter Handelswege.

4. Die Lutkis in der Reichenstraße

Mudraczk und seine Schwester Hanka gehen in der Reichenstraße selbst auf Erkundung. An dieser Station werden Sagen mit Wissen über Handwerk, Handel und das frühere Leben entlang der Handelsstraßen verbunden.

5. Ritter Dutschmann am Hauptmarkt

Am Brunnen des Hauptmarktes dreht sich alles um den sagenhaften Sprung des Ritters. Ob Dutschmann den Brunnen tatsächlich überwunden hat, bleibt Teil der Erzählung – und eine Frage, die Besucher nach dem Anhören selbst beantworten können.

6. Die Mittagsfrau in der Kornstraße

Die Mittagsfrau gehört zu den bekanntesten Sagenfiguren der Oberlausitz. Die Station in der Kornstraße erzählt von einer Verwechslung und davon, wie man der gefürchteten Gestalt entkommen kann.

7. Räuberhauptmann Karasek am Burgwasserturm

Vor dem noch sichtbaren Kerkerfenster am Burgwasserturm wartet Karasek. Seine Geschichte erzählt von einem Räuberhauptmann, der Reiche bestohlen und seine Beute mit Armen geteilt haben soll.

8. Marta und der Feuersegen am Hexenhaus

Vor der Fischerpforte steht die Figur der Marta am Hexenhaus. Die dazugehörige Sage verbindet die Hilfsbereitschaft eines armen Fischers mit der Frage, warum das alte Haus von Bränden verschont geblieben sein soll.

9. Der Frosch an der Alten Wasserkunst

An der Alten Wasserkunst steckt ein Frosch halb in einem Rohr. Die Hörgeschichte erzählt von einer drohenden Katastrophe, dem Baumeister Röhrscheidt und einem Wassermann, der schließlich die Stadt rettet.

10. Der Hausdrache Zmij in der Inneren Lauenstraße

Der Zmij gilt in der Oberlausitz als freundlicher Hausdrache. Wer versucht, ihn auszunutzen oder zu überlisten, sollte allerdings mit einer unerwarteten Reaktion rechnen. Die Station bildet den Abschluss der veröffentlichten festen Figuren.

So funktionieren QR-Codes und Hörgeschichten

An jeder Station könnt Ihr einen QR-Code mit dem Smartphone scannen. Die gesprochenen Geschichten werden über Audoria und SmartGuide angeboten. Nach Angaben der Stadt stehen die Hörfassungen zunächst auf Deutsch und Obersorbisch bereit. Das ist mehr als eine Übersetzung: Die Zweisprachigkeit gehört zum Konzept und macht sorbische Kultur im Stadtbild sichtbar und hörbar.

Für die Nutzung solltet Ihr ein geladenes Smartphone und mobile Daten einplanen. Kopfhörer sind praktisch, wenn mehrere Gruppen gleichzeitig an einer Figur stehen. Durch Brailleschrift an den Stationen ist auch der Zugang zu den digitalen Inhalten besser auffindbar. Ob der gesamte Weg stufenlos nutzbar ist, wird auf der offiziellen Seite jedoch nicht für jede einzelne Station ausgewiesen.

Anreise, Startpunkt und Parken

Als Start bietet sich der Postplatz an, weil dort die offizielle Stationsfolge mit Sprejnik beginnt. Die Stadt Bautzen nennt mehrere Parkmöglichkeiten rund um das Zentrum. Der Schützenplatz verfügt außerhalb von Veranstaltungen über kostenfreie Stellplätze und liegt laut Stadt etwa fünf Gehminuten von der Altstadt entfernt. Der Kroneparkplatz an der Töpferstraße ist kostenpflichtig und kann nur bargeldlos bezahlt werden. Das Parkhaus Centrum in der Äußeren Lauenstraße ist ebenfalls kostenpflichtig und rund um die Uhr geöffnet.

Auch die Anreise per Bahn ist möglich. Bautzen liegt an der Strecke Dresden–Görlitz. Vom Bahnhof führt der Weg in Richtung Postplatz und Altstadt. Eine feste Gehzeit für den vollständigen Sagenpfad veröffentlicht die Stadt bisher nicht. Plant deshalb ausreichend Zeit für die Hörgeschichten und kleine Zwischenstopps ein.

Für wen eignet sich der Bautzener Sagenpfad?

Der Rundgang ist vor allem für Familien interessant, die eine Altstadttour mit einer Such- und Hörkomponente verbinden möchten. Auch Erwachsene bekommen über die Figuren einen anderen Zugang zu Bautzens Handelsgeschichte und zur sorbischen Sagenwelt. Für sehr kleine Kinder hängt viel davon ab, ob sie den gesprochenen Geschichten schon folgen können. Wer lediglich eine schnelle Sehenswürdigkeitenrunde sucht, sollte dagegen nicht jede Hörstation einplanen.

  • Geeignet für: Familien, Wochenendgäste, Stadtentdecker und Menschen mit Interesse an regionalen Sagen
  • Weniger passend für: Besucher ohne Smartphone oder ohne Zeit für die Hörinhalte
  • Sinnvoll mitnehmen: Smartphone, Kopfhörer und je nach Wetter passende Kleidung
  • Vorher prüfen: aktuelle Hinweise zu Apps, mobilen Figuren und möglichen Änderungen auf der Stadtseite

Den Rundgang mit weiteren Zielen verbinden

Der Sagenpfad lässt sich gut mit einem Altstadtbesuch verbinden, weil mehrere Stationen direkt an bekannten Bautzener Orten liegen. Weitere Ideen findet Ihr auf unserer Seite Bautzen entdecken. Für Familien lohnt außerdem der Blick auf Bautzen mit Kindern. Aktuelle Termine stehen auf Was ist in Bautzen los?. Wer den Ausflug erweitern möchte, findet im Beitrag über den Irrgarten Kleinwelka sowie in unserer Übersicht der Ausflugsziele in der Oberlausitz weitere Anregungen.

Unsere Einschätzung

Das Konzept hat einen klaren Vorteil: Die Sagenfiguren stehen nicht isoliert, sondern führen durch wichtige Bereiche der Innenstadt. Die zweisprachigen Hörangebote geben dem Rundgang einen nachvollziehbaren regionalen Bezug. Entscheidend ist allerdings, dass Besucher die QR-Codes tatsächlich nutzen – ohne die Geschichten bleibt nur ein Teil des Angebots sichtbar. Ein eigener Vor-Ort-Test der Ostsachsen.de-Redaktion steht noch aus; deshalb bewerten wir derzeit das veröffentlichte Konzept und nicht die praktische Qualität jeder einzelnen Station.

Häufige Fragen zum Bautzener Sagenpfad

Wie viele Stationen gibt es?

Die Stadt Bautzen nennt zehn feste und sechs mobile Stationen. Zu den mobilen Figuren sollen weitere Informationen folgen.

In welchen Sprachen gibt es die Geschichten?

Die Hörfassungen sind zunächst auf Deutsch und Obersorbisch verfügbar.

Braucht man eine App?

Die QR-Codes führen zu Hörinhalten, die über Audoria und SmartGuide genutzt werden können. Prüft vor dem Besuch die aktuellen technischen Hinweise der Stadt.

Ist der Sagenpfad für Kinder geeignet?

Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Familien. Wie gut es passt, hängt vom Alter der Kinder und ihrer Aufmerksamkeit für die Hörgeschichten ab.


Quellen und Prüfstand: Offizielle Informationen der Stadt Bautzen zum Sagenpfad, die Pressemitteilung zur Eröffnung, die offiziellen Hinweise zu Anreise und Parken sowie die Mitteilung des Freistaats Sachsen. Geprüft am 28. August 2026.

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