Was haben Senf und sorbische Eier gemeinsam? Sie stammen beide aus Bautzen. Bereist Du Ostsachsen, solltest Du einen Besuch in der „Hauptstadt der Sorben“ einplanen – vorzugsweise gegen Abend. Bei einem Abendspaziergang kommt das romantische Altstadtflair wirkungsvoll zur Geltung.
Ein paar Infos für Bautzen
Bevor Du zu einem abendlichen Rundgang durch Bautzen aufbrichst, wünschst Du Dir spannende Hintergrundinfos zur Stadt? Hier kommen sie:
- Geschichte: Bautzens Historie beginnt noch vor dem Jahr 1000. 1002 erwähnte ein Chronist die Stadt erstmals unter dem Namen Budissin.
- Name: Die Sorben nennen Bautzen Budyšin.
- Größe: 66,6 Quadratkilometer – über diese Fläche erstreckt sich das Bautzner Stadtgebiet.
- Einwohner: Rund 40.200 Menschen nennen Bautzen ihr Zuhause.
- Höchster Punkt: Chorberg im Stadtteil Salzenforst überragt alle anderen Orte in Bautzen.
- Tiefster Punkt: Am niedrigsten liegt in Bautzen die Dorfstraße Niederkaina.
Ein Rundgang durch die Altstadt am Abend
Bautzens romantische Altstadt entdeckst Du per pedes oder mit dem Fahrrad. Letzteres erfordert allerdings ein wenig Kraft in den Armen, wenn Du das Rad über einige Treppen wuchtest.
Starte die Altstadtrunde durch Bautzen ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang. Dadurch siehst Du die romantischen Gassen und Bauwerke im goldenen Licht.
Reichenturm
Der Reichenturm macht sich als eines der Bautzner Wahrzeichen einen Namen. 56 Meter ragt er in die Höhe. Seine leichte Schiefneigung fällt mit bloßem Auge kaum auf. Dennoch nennen die Einheimischen ihn den „Schiefen Turm von Bautzen“.
Tipp: Besuche den Reichenturm zwischen April und Oktober vor 17.00 Uhr. Steigst Du hinauf, genießt Du den Panoramablick über die Stadt.
Petridom
Schlendere die Reichenstraße bis zum Hauptmarkt. Hier siehst Du bereits die Spitze des Doms Sankt Petri zu Bautzen. Seit 1497 thront das Bauwerk in der „Stadt der Sorben“. Es ist Deutschlands erste Simultankirche. Von April bis Oktober bleiben ihre Pforten bis 17.30 Uhr geöffnet.
Domschatzkammer
Neben dem Petridom siehst Du das prächtige Tor zur Domschatzkammer. Darin ausgestellt sind:
- historische Bücher
- Skulpturen und Gemälde
- kirchliche Gewänder
- liturgische Geräte
Achtung: Das Museum schließt in der Woche bereits um 16.00 Uhr.
Matthiasturm
Folge von der Domschatzkammer der Schloßstraße, um den Matthiasturm zu erreichen. Dessen Name stammt von König Matthias Corvinus, dem einstigen Herrscher über Ungarn und Böhmen.
Ein kurioser Anblick erwartet Dich links an der Fassade hinter dem Turm. Die eingemauerten Köpfe gehören der Sage nach zwei Liebenden, die sich unerlaubt trafen.
Ortenburg mit dem Burgtheater
Durchquerst Du das Matthiastor am Fuße des Matthiasturms, gelangst Du auf das Gelände der Ortenburg. Neben dem Burgtheater mit dem Rietschengiebel beherbergt die Burg:
- das Salzhaus
- das Hofrichterhaus
- das Sorbische Museum
Letzteres bleibt von Dienstag bis Sonntag bis 18.00 Uhr geöffnet.
Wasserturm und Mönchkirchruine
Gehst Du über den Burgplatz und durch die Große Brüdergasse, landest Du vor dem Wasserturm. Ein faszinierender Anblick in dessen hölzerne Verkleidung.
Rund um den Turm erheben sich die Reste der einzigen Bautzner Backsteinkirche. Die ehemalige Mönchskirche fiel Ende des 16. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer.
Michaeliskirche und Alte Wasserkunst
Über die Mönchsgasse und die Heringstraße gelangst Du anschließend zur Michaeliskirche mit ihrer kupfergrünen Spitze. Sie ragt auf einem Felssporn stehend über der Spree empor.
Direkt gegenüber entdeckst Du einen der Bautzner Höhepunkte: die Alte Wasserkunst. Von 1558 bis 1965 versorgte das Gebäude die Stadt mit Wasser.
Möchtest Du die Alte Wasserkunst besichtigen, planst Du den Besuch vor 17.00 Uhr ein – zumindest von April bis Oktober. Freitag ist Ruhetag.
Burgwasserturm
Durchquere neben der Alten Wasserkunst das Mühlentor. Schon siehst Du den Burgwasserturm. Vor 1400 erbaut, ist er der älteste Teil der Bautzner Burganlage.
Friedrichsbrücke und Hexenhäusel
Der Burgwasserturm bietet beim Abendspaziergang ein schönes Fotomotiv. Allerdings bleibt er der Öffentlichkeit verschlossen.
Begib Dich am Fuß der Alten Wasserkunst ans Spreeufer. Dort läufst Du auf die Friedrichsbrücke zu. Bevor Du die imposante Steinbogenbrücke erreichst, kommst Du am Hexenhäusel vorbei.
Das historische Häuschen steht seit 1604 in Bautzen und überlebte mehrere Brände. Der Legende nach half dabei ein „Feuersegen“. Heute beherbergt das ehemalige Wohnhaus ein Museum. Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat steht es Besuchern offen. 17.00 Uhr schließt es.
Vom Hexenhäusel gelangst Du zur Friedrichsbrücke, dem Höhepunkt bei einem Abendspaziergang. Von hier genießt Du bei Sonnenuntergang einen schönen Blick auf die Altstadt.
Kulinarische Tipps für den Abend in Bautzen
Wenn Du nach Deinem Spaziergang noch etwas unternehmen möchtest, bietet Dir Bautzen eine Auswahl an charmanten Restaurants, urigen Kneipen und kleinen Bars mit regionaler Küche.
Empfehlenswert ist etwa das Wjelbik, ein sorbisches Restaurant mit stimmungsvoller Beleuchtung – perfekt, um die Eindrücke des Abends nachwirken zu lassen. Das Wjelbik befindet sich in einem über 600 Jahre alten Gewölbe und serviert traditionelle sorbische und Lausitzer Spezialitäten.
Für einen entspannten Ausklang des Abends bietet sich auch die BLACK CAT Cocktailbar an, die mit internationalen Cocktails und kreativem Fingerfood in der Bautzener Altstadt lockt.
Foto: M. Förster

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