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Zittauer Gebirge

Steinzoo im Zittauer Gebirge entdecken auf 3 Touren: Natur, Abenteuer & Familienzeit

Stell Dir vor, Du wanderst mit Deiner Familie durch eine Landschaft, in der sich die Natur selbst als Bildhauerin zeigt. Riesige Sandsteinblöcke verwandeln sich vor Deinen Augen in Nashörner, Löwen, Papageien oder sogar eine brütende Henne. Genau das erlebst Du im Steinzoo des Zittauer Gebirges. Das kleinste Mittelgebirge Deutschlands, eingebettet in die Oberlausitz, ist nicht nur für seine Fachwerkdörfer und die Zittauer Schmalspurbahn bekannt, sondern auch für diese tierischen Felsgestalten die Ihr als Familie auf drei Touren entdecken könnt. Wir nehmen Euch mit durch den Steinzoo Zittauer Gebirge.

Besonders für Familien ist der Steinzoo ein echtes Highlight: Kinder staunen über die „versteinerten Tiere“, Erwachsene genießen Natur, Ausblicke und Geschichte. Mit der interaktiven App unter app.steinzoo.de kommt eine digitale Ebene hinzu – Freda, ein neugieriges Mädchen, erzählt gemeinsam mit ihren Freunden Brocki und Lapius spannende Geschichten und stellt Rätsel, die die Wanderung zu einem Mitmach-Abenteuer machen.

Hier nehme ich Dich mit auf eine ausführliche Reise durch den Steinzoo: von den geologischen Hintergründen über die drei Touren in Jonsdorf, Oybin und Lückendorf bis hin zu praktischen Tipps, Checkliste und meiner persönlichen Meinung.

Wissenswertes zum Steinzoo in Jonsdorf

Vor einem Ausflug zum Steinzoo empfiehlt es sich für Familien und Urlauber, Informationen rund um die Sehenswürdigkeit zu sammeln:

  • Lage: Der Steinzoo im Zittauer Gebirge erstreckt sich entlang von drei Wanderwegen. Einige der tierisch anmutenden Sandsteinfelsen ragen an den Mühlsteinbrüchen im Luftkurort Jonsdorf auf, andere rund um den Töpfer in Oybin. Ebenso gibt es Steintiere an der Fuchskanzel im Luftkurort Lückendorf.
  • Länge: Abhängig von der Wahl des Wanderwegs variiert die zurückzulegende Strecke zwischen fünf und neun Kilometern.
  • Eignung: Die meisten Wanderwege zum Steinzoo kommen für Kinder ab zehn Jahren und Erwachsene Zwischen Oybin und dem rund 580 Meter hohen Töpfer eignet sich ein Stück des Weges für Wanderer mit Kinderwagen.

Was ist der Steinzoo im Zittauer Gebirge?

Der Steinzoo ist keine künstliche Attraktion, sondern ein Naturwunder. Vor rund 90 Millionen Jahren lagerten sich hier Sandschichten ab, die sich durch Druck und vulkanische Einflüsse zu Sandstein verfestigten. Wind, Regen und Frost haben diese Felsen im Laufe der Jahrtausende geformt. Heraus kamen Figuren, die erstaunlich stark an Tiere oder Fantasiegestalten erinnern.

Typische Beispiele sind:

  • Nashorn
  • Löwe
  • Papagei
  • Brütende Henne
  • Taube
  • Küken

Dazu kommt der berühmte Kelchstein, ein roter Pilzfelsen, der fast surreal wirkt. Kinder sehen darin ein riesiges Märchenwesen – und genau diese Fantasie macht den Steinzoo so besonders.

Die Steinzoo App: Freda und ihre Freunde begleiten Dich

Seit 2024 gibt es die Möglichkeit, den Steinzoo nicht nur „still“ zu bewundern, sondern interaktiv zu erleben.
Die Web-App unter app.steinzoo.de funktioniert ohne Download und ist kostenlos nutzbar.

  • Freda ist das neugierige Mädchen, das Dich durch die Tour führt.
  • Brocki ist ein etwas tolpatschiger, liebenswerter Begleiter.
  • Lapius, der Großvater, bringt Wissen und Geschichte ins Spiel.

An rund acht Stationen pro Tour erzählen sie Geschichten, stellen Quizfragen oder fordern Dich heraus, genauer hinzusehen. Das macht die Wanderung lebendig und vor allem für Kinder spannend. Statt nur Steine zu sehen, tauchst Du in kleine Abenteuer ein.

Tour 1: Die Mühlsteinbrüche in Jonsdorf

Diese Route ist die wohl bekannteste und familienfreundlichste. Sie führt Dich mitten hinein in die geologische Geschichte des Gebirges.

Startpunkt

  • Parkplatz Gebirgsbad Jonsdorf
  • Markierung: Grünes Wanderzeichen

Von hier geht es über den Kroatzbeerwinkel in Richtung Kellerberg und in die historischen Mühlsteinbrüche.

Highlights unterwegs

  • Taube – eines der ersten „Steintiere“.
  • Pulver- und Schnapslager der Arbeiter, die hier bis 1918 Mühlsteine brachen.
  • Steinbruchschmiede und das Schwarze Loch, ein mystischer Ort mit hohen Felswänden.
  • Bernhardiner, Nashorn und Löwe als Hauptattraktionen.
  • Die Große und Kleine Orgel – säulenartige Sandsteinformationen mit spektakulärem Ausblick.

Dauer & Anspruch

  • Länge: ca. 5 km
  • Zeit: 1,5 bis 3 Stunden
  • Schwierigkeit: leicht bis mittel
  • Tipp: Teile der Strecke sind auch mit Kinderwagen machbar.

Tour 2: Rund um den Töpfer in Oybin

Diese Tour ist die längste, aber auch abwechslungsreichste. Sie verbindet Steinzoo-Erlebnis mit fantastischen Aussichten.

Startpunkt

  • Parkplatz nahe der Bahnstrecke in Oybin

Von hier aus gehst Du zu den Kelchsteinen, deren rötliche Farbe durch Eisenoxyd entsteht. Danach führt der Weg durch die Große Felsengasse zum 582 m hohen Töpfer.

Highlights unterwegs

  • Kelchstein – der rote „Pilz“ im Wald.
  • Taube und der Aussichtspunkt Scharfenstein.
  • Brütende Henne, Papagei und die Schildkrötenfelsen am Gipfel.
  • Küken bei der Oybinaussicht.
  • Teufelsmühle und Rückweg über die Zittauer Schmalspurbahn.

Dauer & Anspruch

  • Länge: ca. 7,5 km
  • Zeit: 3–4 Stunden
  • Anspruch: mittel, aber mit vielen lohnenden Pausenpunkten.

Tour 3: Fuchskanzel und Burgruine Karlsfried in Lückendorf

Die Lückendorfer Runde ist die geschichtlich interessanteste. Hier triffst Du nicht nur Steintiere, sondern auch alte Burgruinen.

Startpunkt

  • Parkplatz Forsthaus Lückendorf

Von hier führt der Weg zur Ruine Karlsfried, einer Raubritterburg.

Highlights unterwegs

  • Dianawand mit Blick auf die Uhusteine.
  • Fuchs an der Fuchskanzel, mit zusätzlichem Aufstieg zur Aussichtsplattform.
  • Panoramablick über das Dreiländereck Deutschland–Polen–Tschechien.
  • Rückweg über das „Böhmische Tor“ zurück nach Lückendorf.

Dauer & Anspruch

  • Länge: 7–9 km (je nach Extrarunde)
  • Zeit: 2,5 bis 3,5 Stunden
  • Anspruch: mittel

Praktische Tipps für Deinen Ausflug

  • Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst, im Winter sind die Wege oft rutschig.
  • Kinderfreundlich: Besonders die Jonsdorf-Route eignet sich für Familien mit kleinen Kindern.
  • Verpflegung: Nimm ausreichend Getränke und Snacks mit. Einkehrmöglichkeiten gibt es in Jonsdorf und Oybin.
  • Anreise: Mit dem Auto über A4/B178 oder B99. Mit Bahn und Bus aus Görlitz und Zittau ebenfalls möglich.
  • Geführte Touren: Von April bis Oktober gibt es samstags Führungen ab Jonsdorf oder Oybin.

Meine persönliche Meinung

Das Zittauer Gebirge als Steinzoo zu entdecken ist eine Mischung aus Naturwunder, Kindgerechtem Erlebnis und Kulturgeschichte. Während Erwachsene die Ruhe und die geologischen Formationen genießen, haben Kinder Spaß daran, Tiere im Stein zu suchen und durch die App Geschichten von Freda & Co. zu hören.

Wenn ich den Steinzoo mit anderen Ausflugszielen vergleiche, dann steht er für mich auf einer Stufe mit den großen „Naturmarken“ der Region wie dem Elbsandsteingebirge – nur kleiner, kompakter und familientauglicher. Meine Empfehlung: Starte in Jonsdorf, wenn Du das erste Mal da bist. Hast Du Lust auf mehr Abenteuer und Aussicht, dann probiere die Oybin-Tour. Und wenn Dich Geschichte fasziniert, führt kein Weg an Lückendorf vorbei.

Anfahrt zum Zittauer Gebirge

Um die Steinzoo Touren im Naturpark Zittauer Gebirge mit dem Auto zu erreichen, fahrt Ihr zu den Startpunkten in Jonsdorf, Oybin oder Lückendorf.
Aus Dresden: folgt der Autobahn A4 Dresden-Görlitz. Anschließend der B178.
Aus Richtung Görlitz empfiehlt sich die Strecke über die B99.

Weiterführende Infos:

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