Zum Inhalt springen

Kunst, Kultur & Events

Görlitz: Sonderausstellung „KLENGEL & KLASS. Zeichenkunst um 1800“

Ausstellung im Barockhaus Graphisches Kabinett

Mit der neuen Sonderausstellung „KLENGEL & KLASS. Zeichenkunst um 1800“ widmen sich die Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur zwei bedeutenden Künstlern der Dresdner Kunstszene um 1800. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 26. März 2026, um 17 Uhr im Graphischen Kabinett des Barockhauses Görlitz eröffnet. Besucher können dort erstmals in größerem Umfang Zeichnungen von Johann Christian Klengel (1751–1824) und Friedrich Christian Klass (1752–1827) entdecken. Zu sehen ist die Schau bis zum 20. September 2026. Eingefügter Text

Um das Jahr 1800 entwickelte sich Dresden zu einem wichtigen Zentrum der bildenden Kunst in Mitteleuropa. Klengel und Klass gehörten zu den prägenden Persönlichkeiten dieser Zeit – als Künstler, Lehrer und aufmerksame Beobachter der Natur. Ihre Zeichnungen entstanden in einer Phase des Umbruchs: zwischen spätbarocker Tradition, klassischer Formensprache und den ersten Ideen der späteren Romantik.

Fotos: Mario Förster – Kai Wenzel & Ausstellungseröffnung »KLENGEL & KLASS«

Über 40 Werke aus Görlitzer Beständen

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen ausschließlich Arbeiten aus den Sammlungen des Graphischen Kabinetts. Kurator und Kunsthistoriker Kai Wenzel verweist darauf, dass sich in Görlitz über mehr als ein Jahrhundert ein bemerkenswerter Bestand an Zeichnungen der Romantik angesammelt hat.

Die Görlitzer Sammlungen besitzen rund 30 Werke von Johann Christian Klengel sowie mehr als 20 Zeichnungen von Friedrich Christian Klass. Mehr als 40 dieser Arbeiten werden nun erstmals gemeinsam präsentiert. Darunter befinden sich auch zwei Zeichnungen Klengels, die erst 2025 neu in die Sammlung aufgenommen wurden – eine Schenkung des Sammlers Hartmut Völkerling sowie ein Ankauf.

Fotos:  Pawel Sosnowski von der Ausstellungseröffnung »KLENGEL & KLASS«

Zwei Künstler – zwei Wege

Johann Christian Klengel wurde im sächsischen Kesselsdorf bei Dresden geboren und studierte an der Dresdner Kunstakademie. Später wurde er Privatschüler des bekannten Malers Christian Wilhelm Ernst Dietrich, genannt Dietricy. Dank eines landesherrlichen Stipendiums konnte Klengel zwischen 1790 und 1792 nach Italien reisen.

Als Professor an der Dresdner Kunstakademie prägte er später gleich zwei Generationen von Künstlern. Seine Lehrmethoden, die stark auf genaue Naturbeobachtung setzten, führten zu einer neuen, sensibleren Auffassung der Landschaft. Die sogenannte „Klengelschule“ ebnete damit den Weg für die Landschaftsmalerei der Romantik und beeinflusste auch Künstler wie Caspar David Friedrich. Neben Landschaften schuf Klengel zudem lebendige Skizzen von Menschen und Tieren. Eingefügter Text

Der nahezu gleichaltrige Friedrich Christian Klass nahm dagegen einen anderen künstlerischen Weg. Ein Studium an der Dresdner Kunstakademie blieb ihm aus finanziellen Gründen verwehrt. Stattdessen bildete er sich weitgehend autodidaktisch weiter und erhielt Unterricht beim Maler Giovanni Battista Casanova.

Sein Talent blieb jedoch nicht lange unentdeckt: Schließlich wurde Klass Zeichenlehrer am kurfürstlich-sächsischen Hof. Wie Klengel beschäftigte er sich intensiv mit Landschaftsdarstellungen sowie Studien von Menschen und Tieren. Obwohl seine Zeichnungen zu Lebzeiten europaweit gesammelt wurden, geriet sein Werk später weitgehend in Vergessenheit.

Zeichnung als eigenständige Kunstform

Für Kurator Kai Wenzel steht fest: Die Dresdner Zeichenkunst um 1800 bildete eine wichtige Grundlage für die Kunst der Romantik. In dieser Zeit entwickelte sich die Zeichnung endgültig zu einer eigenständigen künstlerischen Ausdrucksform, sowohl technisch als auch thematisch.

Die Ausstellung im Graphischen Kabinett versteht sich deshalb auch als Auftakt zu einer größeren Schau: Unter dem Titel „TRAUMZEIT. Zeichenkunst der Romantik“ wird vom 25. April 2026 bis 3. Januar 2027 im Görlitzer Kaisertrutz eine umfassende Ausstellung zur Zeichenkunst dieser Epoche gezeigt.

Das Graphische Kabinett in Görlitz

Das Graphische Kabinett der Görlitzer Sammlungen für Geschichte und Kultur beherbergt rund 60.000 Werke vom 15. bis zum 21. Jahrhundert und zählt damit zu den bedeutendsten Grafiksammlungen in Ostdeutschland. Schwerpunkte der Sammlung bilden die Zeichenkunst der Aufklärung und Romantik sowie die Druckgrafik des 20. Jahrhunderts.

Die Sammlung geht auf drei historische Görlitzer Grafiksammlungen zurück, deren Wurzeln bis ins 18. Jahrhundert reichen. Seit 1932 sind sie zusammengeführt. Der Ausstellungsraum befindet sich im Barockhaus, Neißstraße 30 in Görlitz.

Informationen für Besucher

„KLENGEL & KLASS. Zeichenkunst um 1800“

Eröffnung: Donnerstag, 26. März 2026, 17 Uhr – Eintritt frei
Laufzeit: 26. März bis 20. September 2026
Ort: Graphisches Kabinett im Barockhaus, Neißstraße 30, Görlitz

Eintritt:
6 Euro | ermäßigt 4 Euro | frei für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Weitere Informationen:
www.goerlitzer-sammlungen.de

c32596b496e34d9090a22d31c17ac532