Wir waren in der Lausitz unterwegs und haben bekannte Sehenswürdigkeiten, Naturziele und Ausflugsorte zwischen Görlitz, Bautzen, dem Lausitzer Seenland und dem Spreewald besucht. Hier stellen wir Euch 13 persönliche Empfehlungen vor – mit eigenen Eindrücken, praktischen Hinweisen und ehrlichen Tipps für Euren Ausflug.
Das Wichtigste zuerst
Unsere Auswahl reicht vom Oberlausitzer Bergweg über Görlitz, Bautzen und das Zittauer Gebirge bis zum Spreewald und zur F60. Einige Ziele eignen sich für einen kurzen Familienausflug, andere für einen ganzen Tag oder ein Wochenende. Öffnungszeiten, Fahrpläne und Eintrittspreise solltet Ihr vor der Anreise noch einmal direkt beim jeweiligen Anbieter prüfen.
Unsere Ausflugsziele in der Lausitz im Überblick
- Oberlausitzer Bergweg
- Görlitz und Zgorzelec
- Muskauer Park und Park Mużakowski
- Zittauer Gebirge mit Oybin und Jonsdorf
- Bautzen und sorbische Kultur
- UNESCO-Welterbe Herrnhut
- Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
- Lausitzer Seenland
- Spreewald mit Lübbenau und Lehde
- Cottbus und Branitzer Park
- Besucherbergwerk F60
- Oder-Neiße-Radweg
- Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec
13 Ausflugsziele in der Lausitz, die wir Euch empfehlen
1. Wandern auf dem Oberlausitzer Bergweg

Der Oberlausitzer Bergweg führt heute auf 128 Kilometern vom Butterberg bei Bischofswerda bis nach Zittau. Die vollständige Route ist in sieben Tagesetappen gegliedert. Die klassische Strecke zwischen Neukirch und Zittau umfasst 107 Kilometer und sechs Etappen.
Unterwegs liegen unter anderem der Valtenberg, der Kottmar, die Lausche und der Hochwald. Besonders typisch für die Region sind die zahlreichen Umgebindehäuser, kleinen Orte und Aussichtstürme entlang des Weges. Ihr müsst nicht gleich die komplette Strecke laufen: Viele Abschnitte eignen sich auch sehr gut als Tageswanderung.
Unsere Empfehlung: Zum Kennenlernen würden wir Euch zunächst eine einzelne Etappe im Zittauer Gebirge empfehlen. Die Wege sind abwechslungsreich, die Aussichten stark und Ihr könnt die Tour gut mit Oybin, Jonsdorf oder einer Fahrt mit der Schmalspurbahn verbinden. Unterschätzt aber die Höhenmeter und die Länge einzelner Abschnitte nicht.
2. Görlitz und Zgorzelec zu Fuß entdecken

Görlitz gehört für uns zu den sehenswertesten Städten in der Lausitz. Rund 4.000 Kulturdenkmale prägen das Stadtbild. Bei einem Rundgang solltet Ihr den Untermarkt, den Obermarkt, die Peterskirche, das Heilige Grab und das Schlesische Museum einplanen.
Als Filmstadt ist Görlitz unter dem Namen Görliwood bekannt. Gebäude und Straßenzüge waren unter anderem in „Grand Budapest Hotel“, „Inglourious Basterds“ und „Der Vorleser“ zu sehen. Über die Altstadtbrücke erreicht Ihr zu Fuß die eigenständige polnische Nachbarstadt Zgorzelec.
Unsere Empfehlung: Lauft vom Untermarkt zur Peterskirche und anschließend über die Altstadtbrücke nach Zgorzelec. Der Blick von der polnischen Seite zurück auf die Peterskirche und die Görlitzer Altstadt gehört für uns zu den schönsten Stadtansichten der Region. Für einen entspannten Rundgang solltet Ihr mindestens einen halben Tag einplanen.
3. Den Muskauer Park grenzüberschreitend erkunden

Der Muskauer Park erstreckt sich über Bad Muskau und das polnische Łęknica. Der von Fürst Hermann von Pückler-Muskau angelegte Landschaftspark gehört seit 2004 zum UNESCO-Welterbe. Wege und Brücken verbinden die deutsche und polnische Parkseite.
Auf deutscher Seite sind das Neue Schloss, der Schlossturm und die Ausstellung zu Pücklers Leben die wichtigsten Anlaufpunkte. Der Park ist allerdings deutlich größer, als es auf den ersten Blick wirkt. Wer beide Seiten erkunden möchte, sollte mindestens einen halben Tag einplanen.
Unsere Empfehlung: Bleibt nicht nur am Schloss. Der eigentliche Reiz entsteht durch die weiten Sichtachsen, alten Bäume und den Wechsel zwischen deutscher und polnischer Parkseite. Für die komplette Anlage ist ein Fahrrad praktischer als ein kurzer Spaziergang. Mit Kindern oder älteren Besuchern kann auch eine Kutschfahrt sinnvoll sein.
4. Oybin und das Zittauer Gebirge
Der Naturpark Zittauer Gebirge verbindet Sandsteinfelsen, Wälder, vulkanische Bergkuppen und historische Kurorte. Das bekannteste Ziel ist der Berg Oybin mit seiner Burg- und Klosterruine. In Jonsdorf führen Wanderwege zu den Mühlsteinbrüchen und durch die Felsenstadt.
Eine Besonderheit ist die Zittauer Schmalspurbahn, die Zittau mit Oybin und Jonsdorf verbindet. Weitere Familienziele sind der Schmetterlingsgarten Jonsdorf, der Olbersdorfer See und die Sommerrodelbahn Oberoderwitz.
Unsere Empfehlung: Besonders schön ist die Kombination aus Schmalspurbahn, Berg Oybin und einer kleinen Wanderung. Der Aufstieg zur Ruine ist nicht besonders lang, führt aber über Steigungen und zahlreiche Stufen. Plant deshalb etwas mehr Zeit ein und zieht feste Schuhe an. Für einen ersten Besuch ist Oybin unser klarer Einstiegstipp.
5. Bautzen und die sorbische Kultur
Bautzen beeindruckt mit seiner auf einem Felssporn gelegenen Altstadt, den mittelalterlichen Türmen und der Ortenburg. Ein Rundgang führt über den Hauptmarkt und den Fleischmarkt zum Dom St. Petri, zur Alten Wasserkunst und zu mehreren Aussichtspunkten über dem Spreetal.
Bautzen ist zugleich ein wichtiges Zentrum der sorbischen Kultur. Im Sorbischen Museum auf der Ortenburg erfahrt Ihr mehr über Geschichte, Sprache, Kunst und Traditionen der in der Lausitz beheimateten Minderheit.
Unsere Empfehlung: Bautzen erschließt sich am besten zu Fuß. Startet an der Friedensbrücke, denn von dort habt Ihr einen starken Blick auf die Altstadt. Anschließend könnt Ihr über die Ortenburg bis zur Alten Wasserkunst laufen. Beachtet dabei die Höhenunterschiede und das Kopfsteinpflaster.
6. UNESCO-Welterbe Herrnhut
Herrnhut gehört seit 2024 gemeinsam mit Siedlungen in Dänemark, Nordirland und den USA zur transnationalen UNESCO-Welterbestätte „Siedlungen der Herrnhuter Brüdergemeine“. Der einheitliche Stadtgrundriss, die schlichte Architektur und das bis heute gelebte Gemeindeleben machen den Ort kulturhistorisch besonders.
Zu einem Rundgang gehören der Kirchensaal, der Vogtshof, der Zinzendorfplatz und der Gottesacker am Hutberg. Ergänzen könnt Ihr den Besuch mit der Schauwerkstatt der Herrnhuter Sterne.
Unsere Empfehlung: Beschränkt Euch nicht auf den Werksverkauf der Herrnhuter Sterne. Erst der Rundgang durch den Ort, der Gottesacker und der Weg auf den Hutberg zeigen, warum Herrnhut zum Welterbe gehört. Für Ort und Schauwerkstatt solltet Ihr drei bis vier Stunden einplanen. Prüft vorher die Öffnungszeiten, da die Manufaktur sonntags und an Feiertagen geschlossen ist.
7. Natur in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft
Das UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft liegt zwischen Bautzen, Niesky und Hoyerswerda. Teiche, Wälder, Wiesen und kleine Ortschaften prägen eine Kulturlandschaft, die seit Jahrhunderten durch Fischerei und Teichwirtschaft geformt wird.
Ein guter Ausgangspunkt ist das Haus der Tausend Teiche in Wartha. Der nahe Naturerlebnispfad Guttauer Teiche und Olbasee ist 8,3 Kilometer lang und führt über Wege und Stege durch unterschiedliche Lebensräume.
Unsere Empfehlung: Das ist kein Ziel für einen schnellen Fotostopp. Nehmt Euch Zeit, packt ein Fernglas ein und verbindet die Ausstellung mit dem Naturerlebnispfad. Gerade mit Kindern ist das Haus der Tausend Teiche ein guter Einstieg. Im Sommer gehören Mückenschutz, Getränke und etwas Verpflegung ins Gepäck.
8. Das Lausitzer Seenland mit dem Fahrrad oder Boot
Das Lausitzer Seenland zeigt den Wandel ehemaliger Tagebaue zu einer neuen Wasser- und Urlaubslandschaft. Seit dem 29. Juni 2026 sind der Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See über schiffbare Kanäle miteinander verbunden.
Je nach See sind Baden, Segeln, Stand-up-Paddling, Bootstouren, Radfahren und Skaten möglich. Bekannte Anlaufpunkte sind der Stadthafen Senftenberg, der Koschener Kanal, die schwimmenden Häuser am Geierswalder See und der Aussichtspunkt Rostiger Nagel.
Unsere Empfehlung: Versucht nicht, an einem Tag möglichst viele Seen abzuhaken. Wählt lieber einen Schwerpunkt: den Senftenberger See zum Baden, den Geierswalder See für Wassersport oder den Sedlitzer See für eine Radtour zum Rostigen Nagel. Einige Uferbereiche wirken noch karg – genau dort wird der Wandel der früheren Tagebauregion aber besonders sichtbar.
9. Mit dem Kahn durch den Spreewald
Der Spreewald gehört zur Niederlausitz und ist für sein dichtes Netz aus Fließen und Kanälen bekannt. Lübbenau ist ein guter Ausgangspunkt für traditionelle Kahnfahrten und individuelle Paddeltouren. Das historische Inseldorf Lehde erreicht Ihr vom Wasser aus, zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Radfahrer können Abschnitte des Gurkenradwegs zwischen Lübben, Lübbenau, Lehde und Burg nutzen. Für Lübbenau, Lehde und eine Kahnfahrt reicht ein Tag. Wer weitere Orte besuchen möchte, sollte besser ein Wochenende einplanen.
Unsere Empfehlung: Rund um den Großen Hafen kann es in Ferienzeiten sehr voll werden. Eine Kahnfahrt am frühen Vormittag oder am Abend ist meist ruhiger und persönlicher. Kleine Anbieter sind häufig angenehmer als große, dicht besetzte Kähne. Reserviert Eure Fahrt in der Hauptsaison rechtzeitig.
10. Cottbus und der Branitzer Park
Cottbus ist das städtische Zentrum der Niederlausitz. Der Altmarkt, die Stadtmauer, das Staatstheater und das Wendische Museum lassen sich gut mit einem Ausflug in den südöstlich gelegenen Branitzer Park verbinden.
Park und Schloss Branitz zeigen Pücklers zweite große Parkschöpfung nach Bad Muskau. Besonders auffällig sind die beiden Erdpyramiden, die weiten Sichtachsen und der alte Baumbestand.
Unsere Empfehlung: Lauft nicht nur vom Parkplatz direkt zum Schloss und wieder zurück. Der Park erschließt sich erst bei einer größeren Runde. Wenn Ihr Innenstadt und Branitz an einem Tag verbinden wollt, solltet Ihr früh starten. Für den Park allein sind zwei bis drei Stunden realistisch.
11. Industriekultur im Besucherbergwerk F60
Im Besucherbergwerk F60 bei Lichterfeld steht eine stillgelegte Abraumförderbrücke des Lausitzer Braunkohlenbergbaus. Die Stahlkonstruktion ist 502 Meter lang, bis zu 204 Meter breit, 80 Meter hoch und rund 11.000 Tonnen schwer.
Geführte Rundgänge vermitteln die Technik, die Arbeitswelt und die Folgen des Bergbaus. Die F60 liegt direkt am Bergheider See und lässt sich deshalb gut mit einem Spaziergang am Wasser verbinden.
Unsere Empfehlung: Die Führung ist hier der eigentliche Höhepunkt. Erst auf der Anlage werden die Dimensionen wirklich verständlich. Ihr solltet allerdings schwindelfrei sein und mit Treppen sowie Gitterrosten zurechtkommen. Festes Schuhwerk ist Pflicht. Bei großer Hitze empfehlen wir eine frühe Führung.
12. Eine Tagestour auf dem Oder-Neiße-Radweg
Der Oder-Neiße-Radweg beginnt an der Neißequelle bei Nová Ves nad Nisou in Tschechien und führt über Zittau, Görlitz und Bad Muskau weiter in Richtung Ostsee. Der Radfernweg ist als D-Route 12 ausgeschildert.
Für einen Tagesausflug eignet sich besonders die etwa 40 Kilometer lange Strecke von Zittau nach Görlitz. Sie führt unter anderem am Kloster St. Marienthal und am Berzdorfer See vorbei. Weitere schöne Abschnitte verbinden Görlitz, Rothenburg und Bad Muskau.
Unsere Empfehlung: Die Tour von Zittau nach Görlitz verbindet Flusslandschaft, Kloster und Berzdorfer See besonders gut. Auf längeren ländlichen Abschnitten gibt es allerdings wenig Gastronomie und nicht überall Schatten. Nehmt ausreichend Wasser und Verpflegung mit und klärt vorher die Rückfahrt mit der Bahn.
13. Familienausflug in den Tierpark Görlitz

Der Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec gehört mit fünf Hektar Fläche zu den kleineren Zoos Deutschlands. Etwa 500 Tiere aus knapp 100 Arten leben in naturnah gestalteten und teilweise begehbaren Anlagen.
Zu den Besonderheiten gehören das Tibetdorf, der Oberlausitzer Bauernhof, verschiedene Themenspielplätze und die Entdeckerscheune mit Indoor-Spielmöglichkeiten. Der Tierpark eignet sich besonders für Familien mit jüngeren Kindern.
Unsere Empfehlung: Gerade die überschaubare Größe macht den Tierpark für Familien angenehm. Die Wege sind kurz und Kinder kommen an vielen Stellen nah an die Tiere heran. Plant trotzdem drei bis vier Stunden ein, denn Spielplätze, begehbare Bereiche und Entdeckerscheune halten Familien meist länger auf als erwartet.
Welches Ausflugsziel passt zu Euch?
- Städte und Kultur: Görlitz, Bautzen, Herrnhut und Cottbus
- Wandern und Natur: Oberlausitzer Bergweg, Zittauer Gebirge, Spreewald sowie Heide- und Teichlandschaft
- Wasser und Radfahren: Bootstouren, Lausitzer Seenland, Oder-Neiße-Radweg und Muskauer Park
- Ausflüge mit Kindern: Tierpark Görlitz, Zittauer Gebirge, Spreewald und Lausitzer Seenland
- Industriekultur: Besucherbergwerk F60 und weitere Stationen der Lausitzer Energiegeschichte
Unsere Liste ist keine Rangfolge. Welches Ziel am besten passt, hängt von Jahreszeit, Wetter und verfügbarer Zeit ab. Für einen ersten Ausflug empfehlen wir Euch, nicht zu viele Stationen miteinander zu verbinden. Ein Ziel mit ausreichend Zeit zu erleben, bringt meistens mehr als drei kurze Fotostopps an einem Tag.
Unser Tipp: Schaut vor der Abfahrt noch einmal auf die aktuellen Öffnungszeiten, Fahrpläne und Eintrittspreise. Das gilt besonders für Kahnfahrten, Führungen im Besucherbergwerk, die Zittauer Schmalspurbahn und saisonale Angebote an den Seen.

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