Die Kelchsteine zählen zu den bekannten Naturdenkmälern und beliebten Ausflugszielen im Zittauer Gebirge. Die aus Kreidesandstein bestehenden Felsen zeichnen sich durch ihre besondere Form und Farbe aus. Durch die starken Erosionen an der Unterseite besitzen die Steinformationen große Überhänge. Dadurch erinnern sie an Kelche oder Knüppel. Ein Erinnerungsfoto vor den Kelchsteinen zählt für viele Touristen zu den Höhepunkten ihres Besuchs.
Einmalige Felsen mit faszinierenden Farben und markanten Formen
Neben ihrer außergewöhnlichen Form beeindrucken die Kelchsteine im Zittauer Gebirge durch ihre Farbe. Durch den hohen Gehalt an Eisenoxid wirkt das Gestein rosa bis tiefrot.
Die Kelchsteingruppe besteht aus zwei Felsen. Der breitere von beiden nennt sich Kelchsteinwächter. Er zeichnet sich durch die im Vergleich zum großen Überhang schmale Unterseite aus. Mit ein wenig Fantasie erinnert er dadurch an ein grimmiges Gesicht.
Neben dem Kelchsteinwächter steht der berühmte Kelchstein. Windschliff und Erosion trugen einen großen Teil des Sandsteins an der Felsenunterseite ab. Der Felsenkopf wirkt im Vergleich zum benachbarten Kelchsteinwächter ebenfalls schmaler. Dadurch gleicht das Naturdenkmal auf den ersten Blick einem Pilz oder dem namensgebenden Kelch.

Rundwanderweg zu den Kelchsteinen
Von Oybin führt ein breiter und gut ausgebauter Weg zu den Kelchsteinen. Bevor die Bürgerallee die kelchartig geformten Felsen erreicht, passiert sie eine andere beeindruckende Steingruppe. Die rosafarbenen Sandsteinfelsen heißen Rosensteine und befinden sich rund 300 Meter vor den Kelchsteinen.
Zu den beeindruckenden Naturdenkmälern im Zittauer Gebirge zählt der 30 Meter hohe Jubiläumsturm. Ihm gegenüber stehen:
- Ameisenturm
- Elefantenkopf
- Eisbär
Wanderst du auf dem ansteigenden Weg, erreichst du kurze Zeit später einen weiteren Teil der Rosensteine. Der knapp 30 Meter hohe Waldtorwächter sowie der 35 Meter hohe Rosenstein rahmen das Waldtor ein.
Der Wanderweg bringt dich im Anschluss zum oberen Teil der Rosensteine:
- dem 15 Meter hohen Rosenstumpf
- der 25 Meter hohen Rosenspitze sowie
- dem 30 Meter hohen Hauptrosenstein
Die Rosensteine zählen ebenfalls zu den beliebten Kletterfelsen im Zittauer Gebirge.
Wanderst du von Oybin bis zu den Kelchsteinen und wieder zurück, plane rund 30 Minuten reine Gehzeit ein.
Tipps und Informationen für die Wanderung zu den Kelchsteinen
Planst du eine Wanderung zu den Kelchsteinen im Zittauer Gebirge, helfen dir dabei diese Informationen:
- Lage: Die Kelchsteinfelsen befinden sich rund einen Kilometer südlich von Oybin. Linksseitig der Straße nach Lückendorf stehen sie in einem flachen Tal inmitten des Waldes.
- Reisezeit: Für eine Wanderung zu den Kelchsteinen bieten sich die Monate April bis Oktober an. Die Naturattraktion ist ganzjährig zugänglich, sodass du sie auch im Winter besuchen kannst.
- Ausflugsdauer: Für den in der Nähe von Oybin verlaufenden Rundwanderweg zu den Kelchsteinen planst du rund zweieinhalb Stunden ein.
- Eignung: Die meisten Wanderwege zu den Kelchsteinen sind leicht bis mittelschwer. Sie kommen für Wandereinsteiger sowie Familien mit Kindern infrage.
- Kosten: Der Besuch der Kelchsteine im Zittauer Gebirge kostet keinen Eintritt.
- Direkte Anfahrt: Touristen können die Kelchsteine auch ohne lange Wanderung besichtigen. Der Oybiner Gebirgsexpress hält an der Haltestelle „Kelchsteine“. Zudem gibt es in unmittelbarer Nähe einen Pkw-Parkplatz.
Die richtige Ausrüstung für das Wanderabenteuer
Planst du eine Wanderung zu den Kelchsteinen, brauchst du festes, geschlossenes Schuhwerk. Abhängig vom gewählten Wanderweg dauert der Ausflug länger als zwei Stunden. Daher ergibt es Sinn, neue Trekking- oder Wanderschuhe im Vorfeld einzulaufen. Ansonsten riskierst du schmerzhafte Blasen.
Für den Ausflug zu den Kelchsteinen solltest du unabhängig vom Wetter eine Jacke mitnehmen. Im Wald fühlt sich die Luft auch an warmen Sommertagen kühl an. Wählst du eine Regen- oder Windjacke, wappnest du dich für einen plötzlichen Schlechtwettereinbruch.
Neben der richtigen Wanderkleidung gehört mindestens ein kleiner Rucksack zu deiner Wanderausstattung. In diesem verstaust du Snacks und eine Wasserflasche, um dich während des Ausflugs zu stärken.
Anfahrt zu den Kelchsteinen
Um zunächst ins Zittauer Gebirge zu gelangen, nutzt du das Auto oder die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Zug fährst du von Dresden direkt nach Zittau und mit der Schmalspurbahn weiter nach Oybin.
Reist du mit dem Pkw an, nimmst du die Autobahn A4. An der Anschlussstelle Weißenberg folge der Schnellstraße über Löbau nach Zittau. Den Hinweisschildern „Zittauer Gebirge“ in Richtung Oybin folgend, erreichst du die kleine Gemeinde im Südosten von Sachsen.
Parkmöglichkeiten bei den Kelchsteinen
Die Kammerstraße führt entlang der majestätischen Kelchsteine im Zittauer Gebirge. Direkt an den Kelchsteinen gibt es keine Parkplätze. Doch etwa 3 Minuten zu Fuß entfernt liegt der Parkplatz an den Kelchsteinen. Eine weitere Option bietet sich an der Ecke Kammstraße und Floßbergweg, wo ebenfalls Parkmöglichkeiten vorhanden sind. Entlang der Kammstraße gelangen Ausflügler von beiden Parkplätzen innerhalb weniger Gehminuten direkt zu den Kelchsteinen.
Eignen sich die Kelchsteine zum Klettern?
Mit einer Höhe von 17 Metern zählt der Kelchstein zu den bekannten Kletterfelsen im Zittauer Gebirge. Erstmals erklommen ihn Holzfäller im Jahr 1785. Sie fällten einen Baum, lehnten dessen Stamm an den Felsen und kletterten auf die Weise auf ihn hinauf. Auf seinem Gipfel angekommen, hinterließen sie an einem nahe gelegenen Kiefernstamm eine Tafel mit ihren Namen.
Im Jahr 1911 erkletterten drei Mitglieder des Vereins AKV Dresden den Kelchstein. Sie nutzten einen Baumstamm, um auf die Nordwestwand zu gelangen. Hier schlugen sie Sprungtritte ins Gestein, die ihnen beim Aufstieg halfen.
Jedoch dauerte es bis zum 26. Juni 1946, bis ein Kletterer den Kelchstein ohne Hilfsmittel erklomm. Siegfried Schreiber und Helmut Brückner wagten sich auf die außergewöhnliche Sandsteinformation. Seither gehört sie zu den beliebten Klettergipfeln im gesamten Zittauer Gebirge.
Allerdings handelt es sich beim Kelchstein um einen anspruchsvollen Kletterfelsen für erfahrene Kletterer.
TIPP: Bei Nässe herrscht auf dem Kelchstein Kletterverbot. Ebenso sollten Kletterer das Neutourenverbot sowie das Magnesiaverbot an der Naturattraktion beachten.
Fotos: Copyright: Mario Förster

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