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Oberlausitz

Auf den Spuren der sorbischen Kultur in der Oberlausitz

Sorbischer Ostereiermarkt Schleife 6
Foto: Mario Förster

Ein paar Dinge aus der Oberlausitz sind inzwischen weltbekannt. Dazu gehören aus kulinarischer Sicht die Pulsnitzer Pfefferkuchen und der Bautzner Senf. Hinsichtlich der Kultur macht sich die Region durch ihre sorbischen Einflüsse einen Namen.

Die Sorben – ein Blick auf eine geheimnisvolle Kultur

Seit über 1.500 Jahren prägt die Kultur der Sorben die Ober- und Niederlausitz. Seinen Ursprung hat das sorbische Volk nordöstlich der Karpaten. Von dort wanderten mehrere slawische Stämme ins heutige Gebiet der Lausitz.

  • In der Oberlausitz leben die Obersorben mit Bautzen als ihrem kulturellen Zentrum. Die Niedersorben siedelten sich in der Niederlausitz an. Die „sorbische Hauptstadt“ dieser Region ist Cottbus.
  • Schätzungsweise gibt es in Deutschland noch 60.000 Sorben. Rund ein Drittel davon spricht noch aktiv die sorbische Sprache.
  • Die Sorben sind in Deutschland eine nationale Minderheit ohne eigenen Staat. Viele von ihnen pflegen die sorbischen Traditionen und sprechen die sorbische Sprache. Diese sehen Touristen auf den Ortsschildern der Nieder- und Oberlausitz, wo die sorbische Ortsbezeichnung unter der deutschen steht.

Bautzen – die „Hauptstadt“ der Obersorben

Bautzen trägt aufgrund ihrer Silhouette den Namen „Stadt der Türme“. Zu ihren berühmten Sehenswürdigkeiten gehören:

  • der Domturm der Kirche Sankt Petri
  • der Reichenturm im Stadtzentrum, dessen Ursprünge aus dem 14. Jahrhundert stammen
  • die Alte Wasserkunst, die zu den meistbesuchten Museen der Stadt gehört
  • der Nicolaiturm, der einst Teil der Stadtbefestigung war

Auch die Neue Wasserkunst, der Matthiasturm und der Wasserturm prägen zusammen mit einer Vielzahl weiterer Türme das Bild Bautzens.

Zudem macht sich die zweitgrößte Stadt der Oberlausitz als Hochburg der sorbischen Kultur einen Namen.

Bei vielen Restaurants stehen typische Spezialitäten der Sorben auf der Speisekarte. Dazu zählen die sorbische Hochzeitssuppe oder die Krautmauke. Um der sorbischen Kultur näherzukommen, besuchen Urlauber in Bautzen:

  • das deutsch-sorbische Volkstheater
  • das sorbische National-Ensemble
  • das Haus der Sorben
  • das Sorbische Museum

Letzteres befindet sich in der Bautzner Altstadt. Es ermöglicht in seinen Dauerausstellungen einen Einblick in das sorbische Leben vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Ein Besuch im Sorbischen Museum

Die Dauerausstellung im Sorbischen Museum nimmt eine Fläche von 830 Quadratmetern ein. Folgen Besucher dem Rundgang, entdecken sie:

  • die sorbische Lebenswelt
  • die moderne sorbische Geschichte
  • die größte Sammlung sorbischer bildender Kunst

In der zweiten Etage des Museums befindet sich das Kindermuseum, das die sorbische Kultur kindgerecht vermittelt.

Das Sorbische Museum öffnet von Dienstag bis Sonntag. An Feiertagen bleiben die Türen geschlossen. Bereits ab 10.00 Uhr können Besucher in die sorbische Kultur eintauchen. Das Museum schließt 18.00 Uhr. Weitere Infos zum Sorbischen Museum in Bautzen findest Du hier.

Ein Blick auf die sorbischen Bräuche und Traditionen

Wer an sorbische Traditionen denkt, hat schnell die farbenfrohen sorbischen Ostereier vor Augen. Jedoch gibt es weitere Bräuche, die viele Sorben bis heute pflegen, darunter:

  • Vogelhochzeit: Am 25. Januar feiern der Sage nach Elster und Rabe Hochzeit. Die Kinder stellen dann leere Teller vor die Türen oder aufs Fensterbrett. Diese füllen die Vögel mit kleinen Geschenken.
  • Fastnachtsbetteln: Als Bettler verkleidet, ziehen die Kinder am Fastnachtsdienstag von einem Haus zum nächsten. Sie bitten mit einem „Bettelreim“ in oberlausitzer Mundart um kleine Leckerbissen und Geschenke.
  • Karfreitags-Rasseln: Vom Gründonnerstagabend bis zum Morgen vom Ostersamstag verzichten sorbische, katholische Gemeinden auf das Glockengeläut. Um die Gläubigen zum Gottesdienst zu rufen, kommen Holzrasseln oder -klappern zum Einsatz.
osterreiter ostsachsen Image Rico Loeb
Osterreiter – Foto: Rico Löb

Die unter Touristen bekannteren Bräuche der Sorben finden in der Osterzeit statt. Zu den Events, das sich auch Urlauber gern anschauen, gehört das Osterreiten.

Die gut gekleideten Osterreiter treffen sich am Morgen des Ostersonntags. Auf ihren reich geschmückten Pferden umreiten sie als Prozession den Ort, an dem der Pfarrer sie segnet.

Ein Osterbrauch in Bautzen ist das Ostereierschieben. Seit mehr als vier Jahrhunderten findet es am frühen Ostersonntag statt. Inzwischen handelt es sich um eine Touristenattraktion in der Osterzeit.

Bei diesem Brauch werfen die Erwachsene bunte Bälle am Hang zur Spree hinunter. Früher waren es farbenfrohe Eier, Apfelsinen und Süßigkeiten. Die Kinder sammeln die Bälle auf und tauschen sie gegen Leckereien ein.

Foto: Copyright – Rico_Loeb, pixabay.com

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