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Görlitz

Uhren am Rathaus zu Görlitz – Astronomische Mondphasenuhr und Turmuhr

Astronomische Uhr am Rathaus Goerlitz
Uhren am Rathaus zu Görlitz Foto: Mario Förster

Am Alten Rathaus auf dem Görlitzer Untermarkt befindet sich eine der bemerkenswertesten historischen Uhren der Stadt: die Mondphasenuhr. Sie gehört zu einer Tradition astronomischer Uhren, die im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit an bedeutenden Rathäusern und Kirchen entstanden. Ihr Ziel war es nicht nur, die Zeit im Alltag anzuzeigen, sondern auch astronomische Vorgänge für die Bürger sichtbar zu machen.

Im Zentrum des Zifferblatts steht der Zeiger für die Mondphase und das Mondalter. Diese Darstellung war in einer Epoche, in der Kalenderwesen, Landwirtschaft und religiöse Feste stark mit dem Lauf des Mondes verknüpft waren, von hoher Bedeutung. Ergänzt wird die Anzeige durch weitere Markierungen, die verdeutlichen, wie eng Zeitmessung und Himmelsbeobachtung damals verbunden waren.

Uhren Rathaus Goerlitz
Rathausuhren Görlitz Foto: M.Foerster

Die Doppeluhr am Rathausturm und eine weitere astronomische Uhr in der Peterskirche, zeichnen Görlitz als die einzige Stadt Deutschlands mit zwei astronomischen Uhren aus. Beide zeichnen sich durch einzigartige Merkmale in der Mondphasenanzeige aus, die sie von allen ähnlichen Uhren im Land abheben.

Die untere Uhr am Rathausturm, mit ihrem mittelalterlichen Ursprung, verfügt über einen Stunden- und Minutenzeiger sowie Besonderheiten wie einen Viertelstundenkreis und einen Minutenkreis, eine strahlende Sonne im Zentrum und einen Menschenkopf als Automaton, der Augäpfel und Unterkiefer bewegt. Die obere Uhr ist die eigentliche astronomische Uhr, die neben der Uhrzeit auch die Mondphase und das Mondalter anzeigt, basierend auf der Gestaltung von Bartholomäus Scultetus aus dem Jahr 1584. Beide Uhren funktionieren heute elektrisch. Die Monduhr in der Peterskirche, 1507 von Michael Raessel in Betrieb genommen, zeigt über eine spezielle Scheibe die aktuelle Mondphase.

Zusätzlich bereichert eine zweiteilige Sonnenuhr von 1550 an der Rathausapotheke das kulturelle Erbe Görlitz‘, das sich nicht nur durch seine Denkmäler, sondern auch durch seine historischen Uhren als einzigartige Attraktion präsentiert.

Besonders bemerkenswert ist die Präzision, mit der die Mondphasen angezeigt werden. Die Uhr nutzt ein ausgeklügeltes System von Zahnrädern und Getrieben, um die komplexe Bewegung des Mondes um die Erde nachzubilden. So können Betrachter mit bloßem Auge die verschiedenen Phasen des Mondes beobachten, von der Neumondphase bis zum Vollmond. In früheren Zeiten war die Mondphasenuhr ein wichtiges Hilfsmittel für die Menschen in Görlitz. Der Mondkalender spielte eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft, der Religion und der Navigation. Die Uhr ermöglichte es den Menschen, die Mondphasen genau zu verfolgen und ihre Aktivitäten entsprechend zu planen.

Heute ist die Mondphasenuhr weit mehr als nur ein Zeitmesser. Sie ist ein geschütztes Kulturerbe und ein beliebtes Touristenziel. Besucher aus aller Welt kommen nach Görlitz, um dieses einzigartige Uhrwerk zu bewundern und mehr über seine Geschichte und Funktionsweise zu erfahren. Die Mondphasenuhr in Görlitz ist ein beeindruckendes Beispiel für die Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Technik. Sie ist ein Symbol für die Innovationskraft und den Erfindungsreichtum der Menschen des 16. Jahrhunderts und erinnert uns an die enge Verbindung zwischen Zeitmessung und astronomischen Beobachtungen.

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Monduhr Görlitz, Foto: M.Foerster

Görlitzer Turmuhr am Rathausturm mit Nachtwächter

Direkt unterhalb der Mondphasenuhr am Görlitzer Rathaus, befindet sich eine weitere Uhr, die mit ihren zwölf Ziffern traditionell die Zeit anzeigt. Im Zentrum dieser Turmuhr fängt das Gesicht eines Stadtwächters die Blicke. Umgeben von Sagen und Mythen wird behauptet, es sei dem eines Nachtwächters nachempfunden, der einst ein verheerendes Feuer in der Stadt übersah und zur Strafe lebend in den Mauern des Turms verewigt wurde.

In regelmäßigen Abständen öffnen und schließen sich die orangefarbenen Augen der Figur – ein symbolisches Gedenken an den verhängnisvollen Brand. Die Farbgebung der Augen spiegelt die lodernden Flammen wider, während der geöffnete Mund das Entsetzen des Wächters über das Ausmaß des Unglücks darstellen soll.

Zusätzliche Informationen:

  • Die Mondphasenuhr in Görlitz wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrmals restauriert.
  • Die letzte Restaurierung fand im Jahr 2003 statt.
  • Die Uhr ist ein beliebtes Fotomotiv und ein Symbol der Stadt Görlitz.

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