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Zittauer Gebirge

Die Oberlausitzer Weberstube in Jonsdorf: Tradition und Geschichte

Zittauerer Gebirge, Jonsdorf

Im familienfreundlichen Luftkurort Jonsdorf, inmitten des Zittauer Gebirges, befindet sich eine besondere Sehenswürdigkeit, die dich in hinter die Kulissen der Leineweber entführt: die Oberlausitzer Weberstube. Gleich dazu erhältst du Einblick in die für die Region typische Umgebindebauweise.

Das Wichtigste zur Oberlausitzer Weberstube

  • Die historische Schauwerkstatt befindet sich in einem mehr als 200 Jahre alten Umgebindehaus
  • Mit einem alten Webstuhl als Handwerkszeug zeigt dir Gundula Gube, wie Leineweber in früheren Zeiten aus Flachs Leinenstoffe fertigten.
  • Im zur Oberlausitzer Weberstube gehörenden Ladengeschäft findest du Lesestoff zur Leinenweberei und zur Umgebindebauweise. Daneben bietet der Laden eine Auswahl an kunsthandwerklichen Arbeiten zum Kauf an.

Die Entstehung der Weberstube in Jonsdorf

Jonsdorf ist ein Weberdorf. Die Handwerkskunst der Leinenweberei verschaffte in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Jonsdorfer Bevölkerung Arbeit. Diese Tradition zu erhalten und das Weberhandwerk wiederzubeleben, war Textilingenieur Heinz Lange ein Anliegen.

In einem über 200 Jahre alten Umgebindehaus richtete er im Jahr 1989 eine Schauwerkstatt ein. Dieses private Museum ging nach dem Tod des Vaters in Gundula Gubes Besitz über. Mit ebensolchem Herzblut führte sie es in dessem Sinne weiter.

Auch ihr ist es ein Anliegen, nachfolgenden Generationen einen Einblick in die Leinenweberei und die besondere Volksbauweise zu ermöglichen. Im Jahr 2005 zog die Weberstube wenige 100 Meter weiter zum Lindenweg 9 in die gemütliche Blockstube des Hauses.

Einblicke in Kultur und Geschichte der Oberlausitz

In der gemütlichen Atmosphäre der Blockhütte mit Kamin und historischen Möbeln erhältst du Einblicke in folgende Themen:

  • Umgebindehaus: Entstehungsgeschichte und Erläuterung der Volksbauweise
  • Leinenweberei: Wie aus Leinsamen Flachs entsteht und zu Leinenstoffen verarbeitet wird
  • Bräuche und Feste der Oberlausitz
  • Das Leben der ländlichen Bevölkerung in Umgebindehäusern

In der Weberstube lernst du das Handwerk des Webers näher kennen. Gundula Gaube veranschaulicht am Webstuhl die verschiedenen Arbeitsgänge der Leinenweberei.

Öffnungszeiten

Die Oberlausitzer Weberstube öffnet:

  • Dienstag und Mittwoch von 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 – 17:00 Uhr
  • nach Vereinbarung
  • im Juli 2026 bleibt die Weberstube geschlossen

So gelangst Du zur Oberlausitzer Weberstube im Zittauer Gebirge

Um zur Oberlausitzer Weberstube zu gelangen, begibst du dich ins Zentrum des Luftkurortes Jonsdorf. Vom nahe gelegenen Oberlausitzer Bauerngarten gehst du etwa 3Minuten bis zum Museum.

  • Mit dem Pkw reist du aus Richtung Merseburg, Grimma und Dresden kommend über die A14 und A4 an.
  • Fährst du mit dem Zug, steigst du am Bahnhof Zittau aus und setzt die Reise mit der Schmalspurbahn nach Jonsdorf fort.

Tipp: Besuchst du die Weberwerkstatt und hast noch Zeit zur Muße, ist dein nächstes Ziel der Oberlausitzer Bauerngarten. Er präsentiert dir zahlreiche Kräuter, Obstbäume, Gemüsesorten und Blumen, die in ihm prächtig gedeihen. Hier triffst du auf eine reichhaltige Pflanzen- und Tierwelt. Auf einer Bank am Teich sitzt im Schatten der Bäume, genießt die Ruhe, die Düfte und die Schönheit ringsum.

Ein Blick in die Geschichte der Handweberei im Luftkurort Jonsdorf

Der Ort Jonsdorf ist seit 1638 eng verwoben mit der Weberei. Dank eines Erlasses war es nun auch in dörflichen Gegenden möglich, mit Tuch zu handeln. Vormals war das nur den städtischen Zünften vorbehalten.

Nachdem die Jonsdorfer ein „Stuhlgeld“ zahlten, bauten sie im Ort Webstühle auf, mit denen sie extrafeine Leinwand produzierten. Dadurch entwickelte sich Jonsdorf zu einem bedeutenden Weberdorf.

Die Geschichte und Bauweise der Umgebindehäuser

Die bedeutende Volksbauweise vereint die fränkische Fachwerkbauweise mit der slawischen Blockstube. Verbreitet sind Umgebindehäuser in:

  • Deutschland
  • Polen
  • Tschechien

Obgleich ihres Alters gut erhaltene Exemplare findest du im Erzgebirge und im Elbsandsteingebirge. Eine Vielzahl von ihnen steht in Nordböhmen, im Vogtland sowie in Niederschlesien. Auch für die Oberlausitz ist der zwischen 1760 und 1850 vorherrschende Baustil typisch.

Ein Beispiel dafür sind die Gemeinden rund um Jonsdorf. Hier prägen die Umgebindehäuser das Dorfbild. Zu betrachten sind sie insbesondere in den Orten Obercunnersdorf, Cunewalde, Waltersdorf und Großschönau. In Jonsdorf gibt die Oberlausitzer Weberstube einen umfassenden Einblick in die Umgebindebauweise.

Das wichtigste Kennzeichen des Umgebindehauses ist die Trennung von Stubenkörper im Erdgeschoss und Fachwerkobergeschoss. Obenauf ruht das Dach aus Stroh, Schiefer oder Holzschindeln. Später kamen Ziegel zur Dachbedeckung zum Einsatz. Das Haus besteht aus einer Blockstube, die von einem hölzernen Stützsystem umgeben ist. Teilweise besaßen die Bauten Granit- und Sandsteintürstöcke. In diesen wohnten vorrangig die Weberfamilien.

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