Direkt am Obermarkt von Görlitz, gleich neben der „Alten Stadtwache“, führt eine Seitengasse zur Langenstraße. Sie trägt den Namen „Verrätergasse“. Bist du gespannt, was es mit dieser auf sich hat, lies diesen Beitrag.
Kultur und Genuss in der Verrätergasse
- In der Verrätergasse befindet sich der Zugang zum Innenhof der Galerie Alena, in der du besondere Kunstwerke bestaunst.
- Die „Alte Stadtwache“ am Obermarkt 12 lädt zu Klassikern der sächsischen Küche ein. Ein herzlicher Empfang, das gemütliche Ambiente und eine Vielzahl schmackhafter Speisen versüßen deinen Aufenthalt in Görlitz.
- Bei einem Rundgang mit der Magd Brunhilde lauschst du den Sagen und Legenden der Stadt.
Die Verrätergasse gelegen in der Görlitzer Altstadt
Die Verrätergasse befindet sich in der historischen Altstadt von Görlitz zwischen Obermarkt und Langenstraße. Der Durchgang befindet sich am Obermarkt links neben der „Alten Stadtwache“, einem Restaurant, in dem du gutbürgerliche im rustikalen Ambiente genießt. Im Sommer beobachtest du vom Freisitz das muntere Treiben auf dem Markt. Auf der anderen Seite der Verrätergasse befindet sich die Galerie Alena (Langenstraße 12), eine lebendige Kunstgalerie mit bezauberndem Innenhof.
So gelangst Du zur Verrätergasse in der Görlitzer Altstadt
- Vom Bahnhof Görlitz aus erreichst du die Verrätergasse in 18 Minuten zu Fuß. Der Weg führt über die Berliner Straße, den Demianiplatz bis zum Obermarkt. Auf der linken Seite biegst du neben der „Alten Stadtwache“ in die Verrätergasse ein.
- Möchtest du die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, steigst du in die Tram 1 Richtung „NeißePark“ oder in die Tram 2 Richtung „Am Wiesengrund“. Nach 4 Haltestellen steigst du an der „Jägerkaserne“ aus. Über Grüner Graben gehst du ein Stück zurück in Richtung Sonnenstraße und biegst links auf die Langenstraße ein. Neben der Galerie Alena in der Hausnummer 12 befindet sich der Zugang zur Verrätergasse.
- Reist du mit dem eigenen Fahrzeug an, empfehlen wir, den Pkw auf dem Parkplatz am Obermarkt abzustellen. An der „Alten Stadtwache“ geht es links in die Verrätergasse.



Was hat es mit der Verrätergasse auf sich?
Die Turmuhr der Dreifaltigkeitskirche in Görlitz schlägt sieben Minuten vor der Zeit. Das hat einen bestimmten Grund. Der Kirchturm mit dem Namen „der Mönch“ gehörte vor 1565 zur Klosterkirche. Das Vorgehen der Mönchsuhr ist eng verbunden mit der Sage der Verrätergasse, die sich auf der gegenüberliegenden Seite des Obermarktes befindet.
Der Sage nach verbündeten sich ein paar unzufriedene Handwerker im Jahr 1527, um den Rat abzusetzen, die Mitglieder zu töten und die Stadt in Brand zu setzen. Ihre Pläne schmiedeten sie in einem Verschlag im Hinterhof der Langenstraße 12 gleich neben dem schmalen Gässchen, das heute den Namen Verrätergasse trägt.
Die Rebellen trafen sich bei Nacht und besprachen ihr Vorgehen bis Punkt Mitternacht. Erst wenn der Nachtwächter weg war, kamen sie aus ihrem Versteck. Doch eines Nachts schlug die Mönchsuhr sieben Minuten zu früh. Der Nachtwächter beobachtete, wie die Aufständischen durch das Hinterpförtchen heraushuschten und schöpfte Verdacht. Nach seiner Anzeige im Rathaus kamen die düsteren Pläne der Verschwörer ans Licht. Neun Aufständische wurden auf dem Fischmarkt öffentlich hingerichtet, 19 in den Kerkern gefoltert und 25 aus der Stadt getrieben.
Das Seitengässchen trug fortan den Namen „Verrätergasse“. Eine steinerne Tafel am Hinterpförtchen erinnert an den geplanten Verrat, der als Görlitzer Tuchmacheraufstand in die Geschichte einging. Sie trägt die Inschrift „DVRT 1527“. Die Buchstaben stehen für „Der verräterischen Rotte Tür“. Am Eingang Obermarkt befindet sich eine weitere Tafel, die an jede Nacht erinnert. Und auch die Mönchsuhr schlägt seither immer sieben Minuten vor der Zeit.
Was damals wirklich geschah
Doch nur ein Teil der Sage hat einen wahren Kern. Dass die sieben Minuten vorgehende Mönchsuhr einen großen Anteil an der Zerschlagung hatte, geht aus den Geschichtsbüchern nicht hervor. Vielmehr besaß der Turm vor dem 18. Jahrhundert keine Turmuhr.
Fest steht, dass der Tuchmacher Peter Liebig zu jener Zeit ein Haus in der Langenstraße besaß, dessen Hintertür in die Seitengasse führte. Hier trafen sich die Handwerkerinnungen, um einen Aufstand zu planen. Dieser flog jedoch nicht wegen des falschen Stundenschlags auf, sondern aufgrund eines Verräters aus den eigenen Reihen.

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