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Schlösser und Burgen

Schloss Hainewalde – Ein verborgenes Juwel im Dornröschenschlaf

Auf unserer Fahrt ins Zittauer Gebirge stießen wir ganz unverhofft auf ein verträumtes Märchenschloss, das uns augenblicklich in seinen Bann zog und zum Anhalten bewegte. Das Schloss Hainewalde, das wie aus einem Märchenbuch entsprungen wirkte, offenbarte sich uns in seiner ganzen Pracht und lud uns ein, seine Geheimnisse zu erkunden.

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Ein Besuch im Schloss Hainewalde lohnt sich besonders zum Tag des offenen Denkmals und bei verschiedenen Veranstaltungen, die das Schloss und seine Umgebung in ein lebendiges Kulturzentrum verwandeln.

Schloss Hainewalde in Kürze

StandortHainewalde, OT Berthelsdorf, Sachsen, Deutschland
AnfahrtGoogle Maps Route
AlterSchloss: Erbaut 1597-1602, Barockgarten: angelegt 1704-1712
DauerBesichtigung Schloss von aussen: ca. 1 Stunde
AnreiseAuto: A4, Abfahrt Görlitz, B178 Richtung Zittau, in Hainewalde Ausschilderung folgen; Bahn: Bahnhof Zittau, weiter mit Bus 454 bis Haltestelle „Hainewalde Schloss“; Fahrrad: gut ausgeschilderte Radwege führen zum Schloss
Websiteschloss-hainewalde.de

Weitere Informationen:

  • Das Schloss Hainewalde ist ein Renaissance-Schloss mit einem wunderschönen Barockgarten.
  • Im Schloss befindet sich ein Museum mit Exponaten zur Geschichte des Schlosses und der Region.
  • Der Barockgarten ist einer der schönsten Barockgärten in Sachsen.
  • Im Schloss finden regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte und Lesungen statt.
  • In der Nähe des Schlosses befinden sich mehrere Wander- und Radwege.

Besonders bemerkenswert fanden wir das Engagement des Hainewalder Schlossvereins, der sich leidenschaftlich dem Erhalt des Schlosses widmet. Durch nachhaltige Nutzungskonzepte und die touristische Vermarktung bemüht sich der Verein, das Schloss für die Nachwelt zu bewahren. Interessant ist auch die Geschichte des Ortes: In direkter Nachbarschaft zur heutigen Schlossanlage befand sich einst ein von einem Wassergraben umgebener Rittersitz, der bereits im Jahr 1392 als Eigentum von Nicolaus diclus de Warnsdorf erwähnt wurde.

Ein Highlight unserer Entdeckung war die Tatsache, dass während der schrittweisen Restaurierung des Schlosses am 24. Juni 2020 eine nach altem Vorbild neu gebaute Laterne auf das Gebäude aufgesetzt wurde. Diese Maßnahme war notwendig geworden, nachdem die alte Turmhaube, die etwa 23 Jahre zuvor aufgrund von Einsturzgefahr abgenommen wurde, nun durch eine originalgetreue Replik ersetzt wurde. Zudem wurde an der Nordseite des Schlosses das Dach des Anbaus erneuert.

Nicht weit vom Neuen Schloss entfernt, entdeckten wir das Wasserschloss, das ebenso einen Besuch wert ist. Doch Hainewalde hat noch mehr zu bieten: Im Ortskern beeindrucken zahlreiche liebevoll sanierte Umgebindehäuser mit ihrem Charme. Wir möchten euch inspirieren, dieses wunderschöne Schloss zu entdecken, das nicht nur durch Veranstaltungen, Schlossführungen und Ausstellungen lebendig wird. Wer den Schlossverein unterstützen möchte, findet Informationen zu aktuellen Events und Möglichkeiten zur Unterstützung auf der Webseite des Vereins.

Unser unerwarteter Stopp in Hainewalde entpuppte sich als wahrer Glücksfall, der uns nicht nur mit der Schönheit und Geschichte des Schlosses Hainewalde vertraut machte, sondern uns auch die Bedeutung des Engagements für den Erhalt kulturellen Erbes näherbrachte.

schloss hainewalde zufahrt
Foto: Mario Förster

Geschichte des Schlosses Hainewalde: Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Die Geschichte von Schloss Hainewalde reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als es erstmals als Besitz von Nicolaus diclus de Warnsdorf erwähnt wurde. Über die Jahrhunderte hinweg erlebte das Schloss mehrere Bauphasen. Ursprünglich als Wasserburg konzipiert, wurde es im 16. Jahrhundert durch Hans Ulrich von Nostitz in ein Renaissanceschloss umgewandelt. Diese erste Phase prägte das sogenannte Alte Schloss, welches durch seine vierflügelige Anlage und die reich verzierte Fassade in Sgraffitotechnik hervorstach.

Im 18. Jahrhundert ließ der königlich-preußische Kammerherr Samuel Friedrich von Kanitz das Neue Schloss im Barockstil errichten, dessen Lage und Architektur bis heute beeindrucken. Mit seinen Terrassen, die sich den Talhang der Mandau hinaufziehen, und der aufwendigen Gestaltung des Schlossgartens, galt das Schloss einst als das Sanssouci der Oberlausitz.

Architektur und Besonderheiten

Das Neue Schloss Hainewalde fasziniert durch seine einzigartige Architektur. Besonders hervorzuheben sind das Hauptportal mit toskanischen Säulen und das Doppelwappen der Familien von Kanitz und von Kyaw. Die Schlossanlage, mit ihren zwei Seitenflügeln, die einen Vorhof zum Hauptgebäude bilden, und dem kunstvoll angelegten Schlossgarten, zeugt von der Pracht und dem Geschmack seiner Erbauer.

Eine besondere technische Errungenschaft war die Installation eines Blitzableiters im Jahr 1781, was das Schloss zu einem der ersten Gebäude in der Oberlausitz mit diesem Schutz machte.

Erhalt und Sanierung

Der Erhalt historischer Bauten ist eine Herausforderung, der sich der Hainewalder Schlossverein mit großem Engagement stellt. Seit der Gründung des Fördervereins im Jahr 2000 wurden bedeutende Sanierungsarbeiten durchgeführt, um das Schloss für die Nachwelt zu bewahren. Die Restaurierung des Ostflügels und die Rekonstruktion der Turmspitze sind nur zwei Beispiele für die umfangreichen Bemühungen, die architektonische Integrität des Schlosses zu wahren.

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