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Tschechien

Böhmische Schweiz: Orte, Wandergebiete und Ausflüge zwischen Hřensko und Jetřichovice

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Nationalpark Böhmische Schweiz Foto: gemeinfrei

Die Böhmische Schweiz beginnt auf der tschechischen Seite des Elbsandsteingebirges. Ihr bekanntestes Ziel ist das Prebischtor bei Hřensko. Wer die Region nur auf diesen Sandsteinbogen und eine Kahnfahrt reduziert, verpasst allerdings die Aussichtsfelsen bei Jetřichovice, die kleinen Orte im Hinterland und die Unterschiede zwischen den einzelnen Wandergebieten. Für einen Tagesausflug solltest Du Dich für einen dieser Bereiche entscheiden. Für mehrere Tage sind Hřensko, Jetřichovice und Krásná Lípa unterschiedliche Ausgangspunkte – nicht austauschbare Ortsnamen.

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Nationalpark Böhmische Schweiz Foto: gemeinfrei

Böhmische Schweiz: Felsen, Klammen und Orte im Überblick

Land und LageTschechien, Nordböhmen; unmittelbar südlich der Sächsischen Schweiz
Tschechischer NameČeské Švýcarsko
NationalparkSeit 1. Januar 2000; rund 80 km² laut Nationalparkverwaltung
Wichtige AusgangsorteHřensko, Mezná, Mezní Louka, Jetřichovice und Krásná Lípa
LandschaftSandsteinmassive und Felstore, bewaldete Täler, Kamnitzklammen und vulkanischer Rosenberg
EinwohnerKeine einheitliche Zahl für die touristische Region; Gemeindezahlen und Nationalparkfläche sind nicht gleichzusetzen

Wo liegt die Böhmische Schweiz – und was gehört dazu?

Die Böhmische Schweiz ist der tschechische Nachbarraum der Sächsischen Schweiz. Die Elbe bildet bei Hřensko einen wichtigen Zugang, während sich die Felsenreviere weiter nach Osten ins Hinterland erstrecken. Der Nationalpark ist nur ein Teil dieser touristisch bezeichneten Region. Ihn umgeben weitere geschützte Landschaften, darunter das Gebiet Labské pískovce. Eine Karte mit dem Schriftzug „Böhmische Schweiz“ zeigt deshalb nicht automatisch die rechtlich maßgebliche Nationalparkgrenze.

Auch die Begriffe Nordböhmen und Böhmische Schweiz sind nicht gleichbedeutend. Nordböhmen ist der größere Zusammenhang. Liberec und das Isergebirge sind weitere Reiseziele in diesem Raum, gehören aber nicht einfach zum Nationalpark Böhmische Schweiz. Für Deine Planung ist diese Trennung praktisch: Zwischen einem Tag bei Hřensko und einem Besuch in Liberec liegen andere Anfahrten und ein anderes Programm.

Hřensko und das Prebischtor: der bekannte Einstieg

Hřensko liegt dort, wo die Kamnitz in die Elbe mündet. Von hier erschließt sich das Gebiet rund um das Prebischtor, tschechisch Pravčická brána. Der natürliche Sandsteinbogen ist das Wahrzeichen des Nationalparks. Besichtigt wird er von den umliegenden Aussichtspunkten; das Betreten des Bogens selbst ist nicht erlaubt. Direkt am Ziel liegt das historische Ausflugsschlösschen Falkennest, Sokolí hnízdo.

Als Ausgangspunkt nennt die Tourismusorganisation unter anderem die Weggabelung Tři prameny. Ab dort sind es ungefähr zwei Kilometer Aufstieg zum Prebischtor. Diese Angabe ist ausdrücklich nicht die komplette Wegstrecke ab einem beliebigen Parkplatz in Hřensko. Dazu kommen der Zugang zum Wanderweg und später der Rückweg. Ein kurzer Halt an der Straße reicht für diesen Ausflug nicht.

Von Mezná wird als weitere Verbindung der Mühlenweg, Mlýnská cesta, genannt. Der frühere Gabrielensteig zwischen Mezní Louka und dem Prebischtor ist dagegen gesperrt. Eine ältere Karte oder ein Reisebericht mit dieser klassischen Runde ist deshalb keine brauchbare Grundlage für eine unverändert übernommene Tour.

Edmundsklamm und Wilde Klamm: zwei verschiedene Ausflüge

Die Kamnitz, tschechisch Kamenice, hat tiefe Schluchten in den Sandstein geschnitten. In touristischen Beschreibungen werden Edmundsklamm und Wilde Klamm häufig gemeinsam genannt. Ihre Zugänge und der Betrieb der Kähne sind jedoch getrennt zu betrachten. Eine durchgehende Wanderung von einer Bootsstrecke zur anderen darfst Du aus dem gemeinsamen Namen nicht ableiten.

Die Euroregion Elbe/Labe beschreibt den Zugang zur Edmundsklamm von Hřensko aus und den günstigeren Einstieg zur Wilden Klamm von Mezná. Nach ihrer Beschreibung kommen die Boote zu derselben Anlegestelle zurück; sie sind kein Verkehrsmittel für eine Einwegroute durch die gesamte Schlucht. Wer Hinweg, Bootsfahrt und Rückweg zusammenstellt, muss diesen Ablauf berücksichtigen.

Stand 22. Oktober 2026: Die abgerufenen offiziellen Hinweise stimmen beim Klamm-Betrieb nicht überein. Die Nationalparkverwaltung meldet Winterpause, während andere touristische Seiten noch Saisonangaben enthalten. Deshalb empfehlen wir hier aktuell keine Kahnfahrt als fest verfügbaren Programmpunkt. Eine aktuelle Bestätigung des Betreibers ist dafür erforderlich. Der gesperrte Gabrielensteig wird übereinstimmend genannt.

Jetřichovice: Aussichtsfelsen statt Klammprogramm

Jetřichovice, deutsch Dittersbach, ist ein zweiter wichtiger Schwerpunkt der Region. Marienfelsen, Wilhelminawand und Rudolfstein stehen hier für eine Landschaft aus dicht beieinanderliegenden Aussichtsfelsen. Die touristische Erschließung reicht ins 19. Jahrhundert zurück und ist mit der Familie Kinsky verbunden.

Die offizielle Tourenbeschreibung beginnt am Informationszentrum in Jetřichovice. Eine ihrer Routen führt zunächst an der Kirche vorbei zur Felsenkapelle Poslední soud, dann über Koliště und Pohovka zu den Aussichtsfelsen. Das ist eine eigenständige Tour im Dittersbacher Gebiet, keine kleine Verlängerung des Prebischtor-Besuchs.

Für die Auswahl zählt vor allem die Beschaffenheit der Aufstiege: Zum Marienfelsen führen steile Abschnitte und eine Eisentreppe, am Rudolfstein gibt es Leitern. Auch Šaunštejn bei Vysoká Lípa ist mit engen Felspassagen und Leitern verbunden. Wer solche Passagen nicht gehen möchte, sollte einen anderen Weg wählen. Diese Ziele pauschal als leichte Familienwanderung zu beschreiben, wäre falsch.

Mit Kindern oder bei wechselndem Wetter

Für Kinder ist die Frage „Wie viele Kilometer?“ allein wenig aussagekräftig. Treppen, Leitern, Wartezeiten und der Rückweg sind mindestens ebenso wichtig. Die Felsaufstiege bei Jetřichovice passen zu einer anderen Gruppe als ein befestigter Talweg. Eine Tour mit Kinderwagen lässt sich nicht daraus ableiten, dass die Strecke auf einer Wanderkarte kurz aussieht.

Als Alternative zu einem ganzen Tag am Felsen nennt die regionale Tourismusorganisation die interaktive Ausstellung im Haus der Böhmischen Schweiz in Krásná Lípa. Für die Urlaubsplanung kann das ein eigener Baustein sein, besonders wenn die Bedingungen für eine Aussichtstour ungünstig sind. Eine konkrete Öffnungszeit geben wir hier nicht dauerhaft vor.

Wie Du einen Tag sinnvoll aufteilst

Dein SchwerpunktSinnvoller Aufbau
PrebischtorEin bestätigter Zugang, Aufstieg, Aussichtspunkte und Rückweg; keine gesperrte historische Rundtour einplanen
AussichtsfelsenJetřichovice als Ausgangspunkt; Route nach Treppen, Leitern und eigener Trittsicherheit auswählen
Mit kleinen KindernEinen geeigneten Wegabschnitt oder eine Ausstellung auswählen; keine Kombination mehrerer Felsaufstiege erzwingen
Mehrere TageHřensko und Jetřichovice auf getrennte Tage verteilen; Krásná Lípa als weiteren Ausgangspunkt betrachten

Anreise aus Sachsen und Orientierung vor Ort

Für Hřensko ist die Verbindung über das Elbtal naheliegend. Die regionale Tourismusorganisation nennt Busverbindungen ab Děčín sowie die Bahnlinien U28 und U8 für die Erschließung der Nationalparkregion. Welche Kombination passt, hängt davon ab, ob Du nach Hřensko, Mezná oder Jetřichovice möchtest. Der nächstgelegene Bahnhof ist nicht automatisch der günstigste Ausgangspunkt für jeden Wanderweg.

Für die erste Orientierung kannst Du Hřensko auf der Karte und Jetřichovice auf der Karte öffnen. Die Kartenlinks dienen der Lageorientierung. Verbindliche Sperrungen stehen bei der Nationalparkverwaltung. Unsere Sächsische-Schweiz-Übersicht und die Regionen-Seite helfen beim Vergleich mit Zielen auf deutscher Seite.

Quellen und redaktioneller Stand

Stand: 22. Oktober 2026. Grundlagen: Nationalparkverwaltung – Landschaft und Schutzgebiet; Sicherheit und gesperrte Wege; regionale Tourismusorganisation – Zugänge, Felsaufstiege und Verkehr; Tourenbeschreibung Jetřichovice; Euroregion Elbe/Labe – Klammzugänge und Bootsbetrieb; CzechTourism – Prebischtor.

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