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Lokale Themen

Gottesacker am Hutberg in Herrnhut und das Grab von Carl Adolph Gottlob von Schachmann

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Foto: Mario Förster

Der Gottesacker am Hutberg in Herrnhut gehört zu den eindrucksvollsten und zugleich stillsten Erinnerungsorten der Oberlausitz. Angelegt im Jahr 1730 von der Brüdergemeinde Herrnhut, dient er bis heute als Begräbnisplatz der Gemeinde. Seine Gestaltung folgt einem klaren theologischen Gedanken: Alle Menschen sind im Tod gleich. Dieser Gedanke prägt den Gottesacker bis heute und verleiht ihm seine besondere Atmosphäre.

Charakteristisch sind die flach liegenden, schmucklosen Grabplatten aus sächsischem und schlesischem Sandstein. Sie symbolisieren das „Eingesätsein“ der Verstorbenen in den Acker Gottes – verbunden mit der Hoffnung auf Auferstehung. Kreuze, prunkvolle Grabmäler oder individuelle Monumente sucht man hier bewusst vergeblich. Der Gottesacker wurde damit weltweit zum Vorbild für Friedhöfe der Brüdergemeinde und gilt als Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung.

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Gottesacker am Hutberg in Herrnhut Foto: Mario Förster

Schachmann-Pleinair 2025

Trotz mehrerer Erweiterungen hat sich die ursprüngliche Struktur der Anlage erhalten. Noch immer ist der Gottesacker klar in eine Brüder- und eine Schwesternseite gegliedert: links die Begräbnisfelder der Männer, rechts jene der Frauen. Bis heute finden hier ausschließlich Erdbestattungen statt – ganz im Sinne der über 280 Jahre alten Tradition.

Ein besonderer Moment im Jahreslauf ist der Ostermorgen. Dann zieht die Herrnhuter Gemeinde, angeführt von zwei Bläserchören, in den frühen Morgenstunden auf den Gottesacker. Im Licht des Sonnenaufgangs wird gemeinsam die Auferstehung Jesu gefeiert – in bewusster Verbundenheit mit den „heimgegangenen Geschwistern“. Diese Feier macht den Gottesacker nicht nur zu einem historischen Ort, sondern zu einem lebendigen Bestandteil des Gemeindelebens.

Das Grab von Carl Adolph Gottlob von Schachmann

Auch Carl Adolph Gottlob von Schachmann fand hier seine letzte Ruhestätte. Sein Grab befindet sich auf dem ältesten, 1730 angelegten Teil des denkmalgeschützten Gottesackers am Hutberg. Wie alle anderen Gräber ist auch seines durch eine schlichte, liegende Sandsteintafel gekennzeichnet – ohne Hervorhebung, ohne Rangunterschiede.

Gerade diese Zurückhaltung verleiht dem Grab Schachmanns eine besondere Aussagekraft. Der Universalgelehrte, Numismatiker, Naturforscher, Kunstmäzen und enge Weggefährte Zinzendorfs wird hier nicht durch Titel oder Symbole geehrt, sondern durch seine bewusste Einordnung in die Gemeinschaft. Die Gestaltung seines Grabes folgt konsequent der Herrnhuter Tradition der Gleichheit im Tod.

Der Gottesacker am Hutberg ist damit weit mehr als ein Friedhof. Er ist ein Ort der Erinnerung, der Theologie und der gelebten Geschichte – und zugleich ein stiller Zeuge für das Leben und Wirken Carl Adolph Gottlob von Schachmanns, dessen geistiges Erbe bis heute in der Region nachhallt.

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