Das Lausitz Festival geht vom 25. August bis 13. September 2026 in seine siebte Ausgabe. Unter dem Inspirationswort „geschöpferisch“ stehen Theater und Musiktheater im Mittelpunkt des diesjährigen Programms. Hinzu kommen Konzerte, Literatur, Kunstausstellungen und philosophische Debatten. Zahlreiche Veranstaltungen finden in Görlitz, Zittau, Herrnhut, Weißwasser, Bad Muskau, Cunewalde und Hoyerswerda statt. Zu den Mitwirkenden gehören unter anderem Corinna Harfouch, Götz Schubert, Pierre-Laurent Aimard und Dee Dee Bridgewater.
Das ganze Programm gibt es hier: lausitz-festival.eu/de/programm
Festivalauftakt mit neuem Kunstpreis in Görlitz
Eröffnet wird das Lausitz Festival 2026 in Görlitz mit der erstmaligen Verleihung des neu geschaffenen Credo-Preises. Die Preisvergabe wird mit einer besonderen Aufführung von Teilen aus Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe verbunden.
Zu hören sind zunächst das „Kyrie“ und das „Gloria“, mit denen sich Bach im Jahr 1733 um eine Position am Dresdner Hof bewarb. Ergänzt wird das Programm durch das „Agnus Dei“ und das „Dona nobis pacem“ aus der später vollendeten h-Moll-Messe.
Zwischen den historischen Werken erklingt ein neu komponiertes „Credo“ des französischen Dirigenten und Komponisten Sylvain Cambreling. Künftig soll zu jeder Preisverleihung eine neue zeitgenössische Credo-Komposition in Auftrag gegeben werden.
Corinna Harfouch liest im Kulturforum Görlitzer Synagoge
Schauspielerin Corinna Harfouch ist beim Lausitz Festival nicht nur in der Cottbuser „Hamlet“-Inszenierung zu erleben. Im Kulturforum Görlitzer Synagoge gestaltet sie einen Literatur- und Musikabend rund um den Roman „Das weiße Leintuch“ des litauischen Schriftstellers Antanas Škėma.
Der Roman spielt im New York der Mitte des 20. Jahrhunderts und wurde erst vor wenigen Jahren erstmals ins Deutsche übersetzt. Begleitet wird Harfouch von der Pianistin Hideyo Harada. Das musikalische Programm reicht von Johann Sebastian Bach und Frédéric Chopin bis zu Robert Schumann, Béla Bartók und Igor Strawinsky.
Jugendtheater in Görlitz und Zittau
Der Jugendklub des Piccolo Theaters Cottbus bringt beim Festival die Uraufführung des Stücks „gehen bleiben“ auf die Bühne. Darin beschäftigen sich junge Darstellerinnen und Darsteller mit aktuellen Fragen ihrer Generation.
Der Text entsteht gemeinsam mit der aus Cottbus stammenden Autorin Ruth-Maria Thomas, die mit ihrem Debütroman „Die schönste Version“ überregional bekannt wurde. Nach der Premiere in Cottbus wird die Produktion auch im Rahmen einer Kooperation mit dem Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau gezeigt.
Geplant sind Vorstellungen in Görlitz und Zittau. Anschließend soll das Stück dauerhaft in das Repertoire des Piccolo Theaters übernommen werden.
Theater-Uraufführung in Weißwasser
In Weißwasser wird mit „Das Mahl“ eine neue Theaterproduktion von Michael Sturminger uraufgeführt. Der Regisseur hatte beim Lausitz Festival bereits die Produktion „Sonettfabrik“ entwickelt.
Ausgangspunkt des neuen Stücks ist eine Verbindung von Texten Franz Kafkas mit Figuren, Haltungen und Redepassagen aus verschiedenen Shakespeare-Dramen. Im Zentrum stehen die Freiheit als Voraussetzung für einen Neuanfang und die Frage, wie gemeinschaftliches Handeln möglich wird.
Klavierabend mit Pierre-Laurent Aimard in Herrnhut
Einer der musikalischen Höhepunkte in Ostsachsen ist der Auftritt des französischen Pianisten Pierre-Laurent Aimard im Kirchensaal der Brüdergemeine Herrnhut.
Aimard verbindet in seinem Konzert Werke von Johann Sebastian Bach mit Kompositionen von György Kurtág. Der ungarische Komponist feierte 2026 seinen 100. Geburtstag. Aimard gehört seit Jahrzehnten zu den international wichtigsten Interpreten seiner Musik.
Ausstellung in Bad Muskau und Cottbus
Mit „Der grelle Schein der Ränder“ präsentiert das Lausitz Festival eine zweiteilige Ausstellung im Schloss Bad Muskau und im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst in Cottbus.
Im Mittelpunkt stehen Werke des brasilianischen Gegenwartskünstlers Jonathas de Andrade. Seine Videoarbeiten und Installationen beschäftigen sich mit Menschen, die am Rand der brasilianischen Gesellschaft leben, sowie mit dem Verhältnis von individueller Freiheit und Gemeinschaft.
Der überwiegende Teil der Arbeiten wird im Schloss Bad Muskau gezeigt. In Cottbus treten ausgewählte Videos de Andrades in einen Dialog mit Malerei, Grafik und Fotografie aus den 1920er- und 1930er-Jahren.
Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Filmkonzert in der Energiefabrik Knappenrode. Drei brasilianische Musiker begleiten Kurzfilme des Künstlers live mit einem eigens komponierten Soundtrack und verschiedenen Percussion-Instrumenten.
MusikHörSpiel mit Götz Schubert in Cunewalde
In der Dorfkirche Cunewalde ist der Schauspieler Götz Schubert mit „Passion. Über die Menschlichkeit“ zu erleben. Grundlage ist der Roman „Passion“ der belgischen Schriftstellerin Amélie Nothomb.
Nothomb schildert darin die letzte Nacht Jesu vor der Kreuzigung aus dessen eigener Perspektive. Götz Schubert und der Oboist und Komponist Manuel Munzlinger verbinden den Text zu einem MusikHörSpiel aus Schauspiel, Lesung und Musik.
Ligetis 100 Metronome in Hoyerswerda und Zittau
Mit dem „Poème Symphonique“ von György Ligeti steht außerdem ein ungewöhnliches Werk der mechanischen Musik auf dem Festivalprogramm. Die Komposition kommt ohne Musikerinnen und Musiker aus und wird von 100 unterschiedlich schnell tickenden Metronomen aufgeführt.
Das 1962 entstandene Werk wird zunächst beim Lausitz Labor in Cottbus präsentiert. Weitere Aufführungen sind in Hoyerswerda und Zittau vorgesehen.
„Hamlet“ mit Corinna Harfouch und Götz Schubert
Zu den größten Theaterproduktionen des Festivals gehört eine Neuinszenierung von William Shakespeares „Hamlet“ im Hangar 1 auf dem ehemaligen Flugplatz Cottbus-Nord.
Corinna Harfouch und Götz Schubert gehören zum Ensemble. Die Titelrolle übernimmt Linn Reusse. Regie führt Marcel Kohler. An der Produktion arbeitet weitgehend dasselbe Team, das in den vergangenen Festivalausgaben mit „Othello/Die Fremden“ in Weißwasser auftrat.
Die Premiere der „Hamlet“-Inszenierung war nach Angaben des Festivals bereits Anfang Juni ausverkauft.
Weitere Konzerte und Debatten
In der historischen Brikettfabrik Louise in Domsdorf spielt ein international besetztes Jazztrio um den französischen Akkordeonisten Vincent Peirani. Der britische Tenebrae Choir gibt Konzerte in Görlitz und Forst und bietet zudem kostenlose Chorworkshops für Menschen aus der Region an.
Das philosophische Lausitz Labor wird im Alten Stadthaus Cottbus fortgesetzt. Zu den Gästen gehören unter anderem die Philosophin Rahel Jaeggi, der Historiker Götz Aly und der französische Soziologe und Autor Didier Eribon.
In Zittau kehrt außerdem das Gesprächsformat „Streit & Zuversicht“ zurück. Die Namen der Podiumsgäste und die genauen Themen sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Das Finale des Lausitz Festivals 2026 gestaltet die US-amerikanische Jazzsängerin Dee Dee Bridgewater in der Kulturweberei Finsterwalde. In ihrem Programm „WE EXIST!“ greift sie Lieder der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre auf.
Das Inspirationswort 2026: „geschöpferisch“
Jede Ausgabe des Lausitz Festivals steht unter einem neuen Inspirationswort. Im Jahr 2026 lautet es „geschöpferisch“.
Nach Angaben der Veranstalter verweist der Begriff auf den Menschen als Geschöpf der Natur, der gleichzeitig selbst schöpferisch tätig ist. Das Wort soll dabei nicht als festes Motto verstanden werden, sondern als gedanklicher Ausgangspunkt für das Festivalprogramm.
Das Lausitz Festival findet vom 25. August bis zum 13. September 2026 an zahlreichen Spielstätten in Brandenburg und Sachsen statt. Informationen zu Terminen, Eintrittskarten, Barrierefreiheit und Anreisemöglichkeiten gibt es unter lausitz-festival.eu.
Tickets & Termine
👉 lausitz-festival.reservix.de
Spielorte: Altdöbern, Bad Muskau, Bautzen, Cottbus, Cunewalde, Domsdorf, Finsterwalde, Görlitz, Lichterfeld-Schacksdorf, Löbau, Weißwasser, Zittau
Mehr erfahrt Ihr auf 🌐 www.lausitz-festival.eu
Pressekontakt:
Maria Knorr
Pressereferentin
m.knorr@lausitz-festival.eu
T. + 49 (0) 3581-42 848-22

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