Zum Inhalt springen

Lokale Themen

So schön war das Holzhausfest Niesky: Holzhauslauf, Besichtigungen und Musik

Holzhausfest Niesky 2026 10

Beim Holzhausfest in Niesky standen am 14. Juni 2026 Holz, Handwerk, Stadtgeschichte und Begegnung im Mittelpunkt. Rund um das Konrad-Wachsmann-Haus und entlang der Goethestraße wurde sichtbar, wie viel Engagement und Kreativität in diesem besonderen Fest steckt. Im Gespräch mit André Schulze und Dr. Jan Bergmann-Ahlswede erhielten wir einen Einblick in die Idee, die Entwicklung und die Bedeutung des Holzhausfestes für Niesky.

Das Programm reichte von Bloco Tucano und dem Holzhauslauf ĂĽber Tanzgruppen, HandwerksvorfĂĽhrungen, Ausstellungen und Familienangebote bis zur Live-Musik mit Stolen Notes. Moderiert wurde der Tag von Norman Landgraf. Unser Besuch entstand in Kooperation der Touristischen Gebietsgemeinschaft NeiĂźeland e.V. mit foerster.digital und Medienpartner ostsachsen.de

Aus einer Nachbarschaftsidee wurde ein Stadtfest

Das Holzhausfest ist aus einer Nachbarschaftsidee heraus entstanden und wurde durch das Engagement vieler Bewohner und Ehrenamtlicher zu einer beliebten Veranstaltung in der region weiterentwickelt. Gerade das war vor Ort spürbar: Das Fest lebte nicht nur von offiziellen Programmpunkten, sondern auch von Menschen, die ihre Straße, ihre Häuser und ihre Geschichte einbrachten.

Gefeiert wurde vor der historischen Kulisse der denkmalgeschützten Holzhäuser. Sie stehen für eine mehr als 100 Jahre alte Holzbautradition, die in Niesky unter anderem in Neu-Ödernitz, Neu-Särichen und in der Siedlung rund um das Konrad-Wachsmann-Haus sichtbar ist.

Festgelände in der Holzhaussiedlung

Das Festgelände erstreckte sich rund um die Goethestraße und das Konrad-Wachsmann-Haus. Dort präsentierten sich Vereine, Handwerker, Aussteller und weitere Akteure. Die Stände boten Informationen, kleine Angebote zum Mitmachen und Einblicke in Themen rund um Holz, Baugeschichte und regionale Aktivitäten.

Die besondere Lage des Festes machte den Charakter der Veranstaltung aus. Statt auf einem neutralen Platz fand das Holzhausfest mitten in der historischen Holzhaussiedlung statt. Die Häuser selbst waren damit Teil des Programms. Wer durch die Straße ging, bekam einen direkten Eindruck davon, wie stark diese Bauweise das Bild dieses Stadtteils prägt.

Konrad-Wachsmann-Haus als zentraler Ort

Ein wichtiger Anlaufpunkt war das Konrad-Wachsmann-Haus. Das Museum erinnert an die Holzbaugeschichte Nieskys und an den Architekten Konrad Wachsmann, der in den 1920er-Jahren bei der Firma Christoph & Unmack arbeitete. Das Unternehmen spielte eine wichtige Rolle bei der industriellen Fertigung von Holzhäusern.

Beim Holzhausfest war das Haus nicht nur Museum, sondern zentraler Treffpunkt. Ausstellungen, Informationen und Programmpunkte machten deutlich, warum Niesky bis heute mit dem Thema Holzhausbau verbunden wird. Gerade für Besucher, die sich bisher wenig mit der Geschichte beschäftigt hatten, bot sich hier ein guter Einstieg.

Musik, Gottesdienst und Programm auf der BĂĽhne

Musikalisch eröffnet wurde das Holzhausfest durch „Bloco Tucano“. Die Gruppe war im Festgebiet unterwegs und begleitete später auch den Start des Holzhauslaufes.

Auch der ökumenische Gottesdienst für Stadt und Gesellschaft gehörte zum Programm. Damit bekam das Holzhausfest nicht nur einen kulturellen und historischen, sondern auch einen gemeinschaftlichen Rahmen. Am Nachmittag folgten weitere Beiträge auf und an der Bühne. Zu hören war unter anderem das Querflötentrio der Musikschule Niesky.

Für Abwechslung sorgten außerdem die Tanzgruppen des Karnevalsclub Niesky sowie die Tanzgruppe „TSA Starlights“ aus Görlitz. Den musikalischen Abschluss gestaltete die Nieskyer Band „Stolen Notes“. Auch der Spielmannszug gehörte zum musikalischen Bild des Tages. Das Programm blieb damit regional geprägt und band verschiedene Gruppen aus Niesky und der Umgebung ein.

Holzhauslauf, Tombola und Bewegung durch die Stadt

Zum Programm gehörte auch der traditionelle Holzhauslauf, der in diesem Jahr zum elften Mal stattfand. Er ist inzwischen ein fester Bestandteil des Holzhausfestes. Teilnehmer verschiedener Altersklassen absolvierten unterschiedliche Strecken durch die Nieskyer Holzhaussiedlungen. Damit wurde das Thema des Festes sportlich aufgegriffen und zugleich mit dem Stadtbild verbunden.

Nach dem Lauf folgten Tombola und Siegerehrung. Auch die Fahrradrunde passte zum Konzept der Veranstaltung. Die Holzhäuser stehen nicht nur an einer Stelle, sondern prägen mehrere Bereiche der Stadt. Ob zu Fuß oder per Rad: Die Bewegung durch Niesky machte sichtbar, wie eng die einzelnen Siedlungsbereiche mit der Holzbaugeschichte der Stadt verbunden sind.

Hölzerner Markt, Handwerk und Präsentationen

Ein wichtiger Bestandteil des Holzhausfestes war der Hölzerne Markt. Regionale Anbieter präsentierten dort Produkte aus Holz und zeigten, wie vielseitig der Werkstoff verarbeitet werden kann. Für Besucher wurde dadurch nicht nur das fertige Ergebnis sichtbar, sondern auch das handwerkliche Können dahinter.

Ergänzt wurde der Markt durch Präsentationen von Unternehmen und Akteuren aus der Holzbranche. Gezeigt wurden Produkte, Ideen, Handwerkskunst und praktische Anwendungen rund um Holz. Damit bekam das Fest neben der historischen Perspektive auch einen aktuellen Bezug. Es ging nicht nur um die Nieskyer Holzhäuser der Vergangenheit, sondern auch darum, welche Rolle Holz heute im Handwerk, im Bau und in der regionalen Wirtschaft spielt.

Angebote fĂĽr Familien und Besucher

Neben den historischen Informationen und handwerklichen Präsentationen gab es auch Angebote für Familien. Das Fest war nicht nur auf Fachbesucher ausgerichtet, sondern offen für Menschen, die einen Nachmittag in Niesky verbringen, die Siedlung kennenlernen oder einfach das Programm erleben wollten.

Zwischen Musik, Verpflegung, Mitmachangeboten und Ausstellungen entstand ein breiter Rahmen. Gerade diese Mischung machte das Holzhausfest zugänglich. Wer sich für Baugeschichte interessierte, fand Informationen. Wer mit Kindern unterwegs war, fand Angebote zum Schauen und Mitmachen. Wer die Stadt besser kennenlernen wollte, konnte die Holzhäuser direkt im Quartier erleben.

Warum die Holzhäuser für Niesky wichtig sind

Niesky besitzt eine besondere Verbindung zum industriellen Holzhausbau. Die Firma Christoph & Unmack gehörte im frühen 20. Jahrhundert zu den wichtigen Herstellern vorgefertigter Holzbauten. Viele dieser Häuser sind bis heute erhalten und prägen Teile der Stadt.

Die Holzhäuser zeigen, dass Fertigbau keine neue Entwicklung ist. Schon vor rund 100 Jahren wurden in Niesky Bauteile vorgefertigt und zu Wohnhäusern zusammengesetzt. Das macht die Gebäude nicht nur für die Stadtgeschichte interessant, sondern auch für heutige Diskussionen über Holzbau, Nachhaltigkeit und serielles Bauen.

Das Holzhausfest greift diese Geschichte auf und macht sie fĂĽr ein breiteres Publikum sichtbar. Dabei steht nicht allein die Vergangenheit im Mittelpunkt. Die Veranstaltung zeigt auch, dass Holz als Baustoff weiterhin aktuell ist und viele Menschen interessiert.

Holzhausfest Niesky
GroĂźe Kreisstadt Niesky
Muskauer StraĂźe 20/22
02906 Niesky
www.holzhausfest.de

RĂĽckblick

Das Holzhausfest in Niesky verband Geschichte, Handwerk, Bewegung und Begegnung. Die Veranstaltung zeigte, wie sich ein historisches Thema verständlich und öffentlich vermitteln lässt. Besonders stark wirkte das Fest dort, wo die Holzhäuser selbst Teil des Erlebnisses wurden.

Mit dem Konrad-Wachsmann-Haus, der Holzhaussiedlung in der Goethestraße, dem Holzhauslauf, der Fahrradrunde, den geöffneten Haustüren und den vielen Beiträgen aus Musik, Tanz und Vereinsleben entstand ein informativer Veranstaltungstag für Besucher aus Niesky und der Region. Das Fest machte deutlich, dass die Holzbaugeschichte der Stadt nicht nur ein Museumsthema ist, sondern weiterhin zum Stadtbild gehört.

16a2977e415a4fc898267448fec89b0a