Auf den jüdischen Spuren in Görlitz
Wir waren auf eine besonderen Themenführung zu Orten der jüdischen Bewohner der Stadt Görlitz unterwegs. Görlitz ist reich an jüdischer Geschichte, die es zu entdecken gilt. Wir zeigen Euch das jüdische Görlitz und unsere Erlebnisse auf der Stadtführung, die Einblicke in das jüdische Viertel des Mittelalters, das jüdische Bad (Mikweh) und die Orte der jüdischen Gemeinde von 1849 bis 1941 gibt.

Führung – Jüdische Spuren in Görlitz
Dauer: ca. 90 Minuten
Maximale Teilnehmerzahl: 25 Personen
- Historisches zum Jüdischen Leben in Görlitz
- Führung im Jüdischen Bad
- Alte Synagoge
- Neue Synagoge
- Jüdisches Orte in Görlitz
- Geschichten bekannter Görlitzer Juden
Streckenlänge: ca. 1,8 Kilometer
Anbieter: Görlitz-Information, Hotel Paul Otto
Führung buchen:
Görlitz-Information
Tel. +49 (0) 3581 – 4757 0
Webseite

Unsere Entdeckungsreise durch die Geschichte der Juden in Görlitz führte uns unter der kundigen Leitung von Gudrun Burkhardt, einer in historischen Fragen äußerst versierten Stadtführerin. Frau Burkhardt begleitete uns zu verschiedenen historischen Schauplätzen in der Stadt und teilte ihr tiefes Wissen über die jüdische Gemeinschaft, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen.
Trotz der wechselvollen Geschichte, die von blühenden Gemeindezeiten bis zu Verfolgung und Vertreibung reicht, haben die jüdischen Bürgerinnen und Bürger der Stadt ein reiches kulturelles und religiöses Erbe hinterlassen. Die Spuren dieses Erbes sind noch heute in der Stadt sichtbar und werden in der Führung eindrucksvoll erlebbar. Sie erzählen die Geschichte einer Gemeinschaft, die einen bedeutenden Teil der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung Görlitz geprägt hat.

Fotogalerie






Jüdische Spuren in Görlitz entdecken
Görlitz bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Spuren jüdischen Lebens zu erkunden. Die Geschichte der jüdischen Gemeinde, geprägt von Blüte und Verfolgung, lebt in den Mauern der Synagoge, auf dem stillen Friedhof und in den Erzählungen der Stadt weiter. Der Besuch dieser Orte ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch eine Auseinandersetzung mit Themen wie Toleranz, Erinnerungskultur und dem Wert des kulturellen Erbes.

Die Görlitzer Synagoge: Ein Phönix aus der Asche
Die Synagoge in Görlitz, ein Kulturdenkmal von überregionaler und internationaler Bedeutung, hat nach Jahren aufwändiger Sanierung ihre Türen wieder geöffnet. Seit Juli 2021 dient sie als Kulturforum und zieht Besucher in ihren Bann. Die architektonische Schönheit, das faszinierende Farbenspiel im Kuppelsaal mit seinen vergoldeten Schuppenmustern und majestätisch wirkenden Löwen, verleiht dem Raum eine erhabene Atmosphäre.
Geweiht im Jahr 1911, überstand die Synagoge die Pogromnacht von 1938, ein Wunderwerk der Bewahrung. Die Feuerwehr löschte die Flammen und rettete so das imposante Gebäude. Es zeugt von der widerstandsfähigen Geschichte des jüdischen Sakralbaus, der die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte überlebt hat.
Von der DDR-Zeit bis zur Gegenwart: Ein vielseitiges Kulturforum
In der DDR diente die Synagoge zeitweise als Lager. Nach 1990 begann die Rettung und schrittweise Sanierung des Gebäudes. Heute steht der Thoraschrein offen als Zeichen der Verletzung und Erinnerung. Die Synagoge dient als vielseitiges Kulturforum für Bildung, Konzerte, Vorträge, und mehr, ein lebendiges Zeugnis des jüdischen Lebens in Görlitz.

Die Alte Synagoge: Stille Zeugen der Geschichte
Neben der Synagoge erzählen der jüdische Friedhof und die Alte Synagoge, heute ein Literaturhaus, von der einst blühenden jüdischen Gemeinde. Der Friedhof, angelegt 1849, beherbergt imposante Grabmale und repräsentative Familiengrabstätten. Er ist ein stilles Mahnmal für diejenigen, die fliehen mussten, deportiert wurden oder ihr Leben in der NS-Zeit verloren.
→ Literaturhaus Alte Synagoge Görlitz

Spuren im Stadtbild: Stolpersteine
In ganz Görlitz finden sich Stolpersteine, die an das Schicksal der jüdischen Bewohner erinnern. Sie mahnen uns, die Geschichte nicht zu vergessen und für eine Zukunft ohne Hass und Verfolgung einzustehen.

Das jüdische Viertel und doch keine Mikweh
Das jüdische Viertel im Mittelalter war ein Zentrum jüdischen Lebens in Görlitz. Hier standen Synagogen, Schulen und Wohnhäuser der jüdischen Gemeinde. Ein besonderes Highlight der Tour ist der Besuch eines jüdischen Ritualbades, das von außergewöhnlicher archäologischer und historischer Bedeutung ist. Diese Bäder waren für die rituelle Reinigung und somit ein zentraler Bestandteil des jüdischen religiösen Lebens. Ob das besichtigte Bad eine echte Mikwe ist bleibt unterdessen nicht bewiesen. (Quelle)

Orte der jüdischen Gemeinde von 1849 bis 1941
Die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Görlitz im 19. und frühen 20. Jahrhundert spiegelt die Höhen und Tiefen der jüdischen Geschichte in Deutschland wider. Die Führungen beleuchten Orte, an denen die Gemeinde ihre religiösen, sozialen und kulturellen Aktivitäten entfaltete, bevor die dunkle Zeit des Nationalsozialismus das Leben der jüdischen Bevölkerung in Görlitz und ganz Europa veränderte.
Jüdisches Leben in Görlitz – Eine Übersicht
1300 erste Ansiedlung jüdischer Bürger
1329 wurden jüdische Bürger durch König Johann von Böhmen unter seinen Schutz gestellt und siedelten sich in dem Gebiet heutiger Jüdengasse an
1344 Gründung erster Judenschule, mit Eintrag in das Stadtbuch Görlitz
1346 Gründung jüdische Gemeinde
1389 Vertreibung der Juden aus Görlitz
1847 erste Neuansiedlung von Juden in Görlitz
1849 Einweihung des jüdischen Friedhofes in Görlitz – Biesnitz
1849 Gemeinde zählt bereits 111 Mitglieder
1853 Errichtung erster Synagoge in Langenstraße
1909 Bau der Synagoge in der Otto-Buchwitz-Straße
1911 Einweihung der neuen Synagoge
1933 Beginn des Nationalsozialismus, Jüdische Bürger wurden ihrer Ämter enthoben
1938 Brandanschlag auf Synagoge. Brand wurde gelöscht. Gebäude blieb erhalten.
1941 Deportation Juden nach Tormersdorf/Rothenburg und Theresienstadt
1943 Errichtung Konzentrationslager Biesnitzgrund
1944 Verschleppung der Häftlinge nach Frankreich
Seit 1945 keine jüdische Gemeinde in Görlitz
Quelle: Broschüre der Stadt Görlitz, überarbeitet von Gudrun Burkhardt
Checkliste für die Teilnahme an der Führung
- Voranmeldung ist erforderlich. Die Karten sind in der Görlitz-Information erhältlich.
- Treffpunkt ist am Obermarkt / Brunnen.
- Stelle sicher, dass Du bequeme Schuhe trägst
- Die Streckenlänge beträgt ca. 1,8 Kilometer.
- Eine öffentliche Toilette befindet sich in der Apothekergasse.
- Der Preis für die Führung beträgt ca. 10,00 Euro pro Person, ermäßigt 9,00 Euro.
- Beachte, dass die Führung für Personen mit eingeschränkter Mobilität möglicherweise nicht geeignet ist.

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