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Sehenswertes in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, kurz BROHTL, befindet sich in Ostsachsen. Seit dem Jahr 1996 stellt es das 13. UNESCO-Biosphärenreservat in Deutschland dar. Davor galt es aufgrund der besonderen Naturausstattung als Landschaftsschutzgebiet. Das Gebiet zeichnet sich durch seine historisch gewachsene Kulturlandschaft aus. Für den Arten- und Naturschutz erhält es Relevanz. Zusammen mit der im Norden gelegenen Niederlausitzer Region erweist es sich als die größte zusammenhängende Teichlandschaft in Mitteleuropa.

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Über die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft befindet sich im Freistaat Sachsen. Sie durchzieht die Landkreise Görlitz und Bautzen. Die exakte Lage ist mittig zwischen folgenden Städten:

  • Hoyerswerda,
  • Niesky,
  • Weißwasser,
  • Weißenberg

Das Biosphärenreservat misst 30.102 Hektar. Bei 13.153 Hektar handelt es sich um ein Naturschutzgebiet mit 21 Teilflächen. Das Gebiet gehört zu den teichreichsten Gegenden in Deutschland. Neben 142 Quadratkilometern Wald bestehen 27,5 Quadratkilometer aus Teichen, Flüssen und Fließgewässern. Die verbleibende Fläche stellt eine Kulturlandschaft dar. Die Teichnutzfläche liegt bei 22,3 Quadratkilometern.

Insgesamt befinden sich im Reservat 350 kleine Teiche und Seen. Künstlich erschaffen, verbindet sie ein System aus Gräben mit Rohrleitungen und Wehren. Es existieren 39 Teichgruppen, eingeteilt in unterschiedliche Nutzungsintensitäten. Aufgrund ihrer Umgebung weisen sie verschiedene Strukturen auf.

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft besteht aus vier Zonen, die sich im Nutzungstyp unterscheiden:

  • Kernzone,
  • Pflegezone,
  • Entwicklungszone

Die Kernzone macht 3,7 Prozent der Gesamtlandfläche aus. In ihr bleibt die Natur vom Menschen unbeeinflusst. Die ökosystemaren Prozesse verlaufen eigendynamisch. Beispielsweise finden sich hier Bruchwälder, Heide- und Moorbereiche. Zusätzlich prägen Dünenlandschaften diese Zone. Die Pflegezone nimmt 40 Prozent des Landanteils ein. Bei einem Spaziergang durchwanderst Du Wiesen und Teichgebiete, die naturschutzfachlich relevant sind. Des Weiteren siehst Du naturnahe Waldgebiete, Auenwälder und eine Insel. Schwerpunkte der Pflegezone sind neben den Teichgruppen Feuchtwiesen sowie Flussauen mit Grünland.

Sehenswerte Städte in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Außerhalb der Kern- und der Pflegezone leben über 10.300 Einwohner in dem Gebiet. Sie besiedeln zwölf Gemeinden mit 62 Ortsteilen. Innerhalb des Biosphärenreservats existieren traditionelle Erwerbszweige. Dazu gehören beispielsweise die Fischerei, die Forstwirtschaft und die Landwirtschaft. Zu den sehenswerten Städten innerhalb der Naturlandschaft zählen: Bautzen und Hoyerswerda. Dabei stellt Bautzen die nächstgelegene Stadt dar. Ein Merkmal der Heide- und Teichlandschaft besteht in den Rekultivierungsflächen. Zusätzlich handelt es sich um einen zweisprachigen Kulturraum mit sorbischer Bevölkerungsgruppe.

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Besuchst Du das Biosphärenreservat, planst Du beispielsweise Ausflüge in die Besuchermagneten der Oberlausitz. Drei Freizeitaktivitäten sind für Familien mit Kindern empfehlenswert:

  • ein Spaziergang durch die Heide mit Erkundung von Flora und Fauna,
  • ein Besuch in Bautzen mit Besichtigung des Senfmuseums und der „Gedenkstätte Bautzen“,
  • ein Rundgang durch das Informationszentrum „Haus der tausend Teiche“.

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Veranstaltungen im Biosphärenreservat

Zu den Höhepunkten in der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gehören die jährlich stattfindenden Naturmärkte. Diese ereignen sich im Biosphärenreservatszentrum in Wartha. Seit dem Jahr 1998 stellen sie einen festen Programmpunkt in der Jahresplanung dar. Besucher bestaunen und genießen die in der Natur produzierten Leckerbissen und Erzeugnisse. Dabei zeichnen sich die über 80 Händler und Handwerker durch eine ökologische Produktion sowie die Verbrauchernähe aus.

Sorbische Volkskünstler tragen mit außergewöhnlichen Darbietungen zur Unterhaltung der Gäste bei. Durch traditionelle Lieder und Verse erhalten diese einen Eindruck der sorbischen Kultur. Mit dem Programm erinnern die Veranstalter an die Lausitzer Traditionen und regen dazu an, sich mit der Geschichte der Region auseinanderzusetzen. Jährlich finden ein Frühjahrsmarkt und ein Herbstmarkt statt. Im Frühjahr besuchst Du den Naturmarkt am letzten Samstag im April. Im Herbst offerieren die Händler am Samstag des zweiten Septemberwochenendes ihre Auslagen.

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Die Geschichte der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Die Naturlandschaft prägen 350 Teiche. Vorwiegend im 16. Jahrhundert durchliefen diese beständigen Veränderungen. Die ersten Wasserläufe und Teiche entstanden im 13. Jahrhundert. Zu dieser Zeit siedelten sich deutsche Bauern in den slawischen Siedlungsgebieten an. Um das Land urbar zu machen, wandelten sie die Nieder- und Zwischenmoore großflächig in Wiesen, Äcker und Teiche um. Im Rahmen der Besiedlung verringerte sich die Fläche dichter und naturnaher Wälder.

Im 18. Jahrhundert drohte aufgrund der Übernutzung des Waldes ein Holzmangel. Daraus folgte die Verheidung der Waldflächen auf großem Raum. Im 19. Jahrhundert versuchten die Gemeinden, die Entwicklung umzukehren. Dies gelang durch eine Aufstockung der Kiefernforste. In der heutigen Zeit finden sich Heideflächen vereinzelt. Den Großteil der Region beherrschen landwirtschaftliche Nutzflächen. Diese vergrößerten sich im 19. Jahrhundert aufgrund der Agrarreform und des vermehrten Anbaus von Kartoffeln. Das Grünland spielte eine ungeordnete Rolle.

Zeugnisse der intensiven Rinder- und Schafhaltung prägen in Form von Weiden das Landschaftsbild. Nach 1900 florierte der Abbau von Braunkohle. Restlöcher und Kippen wirken sich bis in die Gegenwart landschaftsprägend aus. Ab den 1960er-Jahren begann die Einrichtung von Naturschutzgebieten.

Ansprechpartner für Touristen

Interessierst Du Dich für die Geschichte der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, wendest Du Dich an das Besucherinformationszentrum. Im „Haus der tausend Teiche“ in Wartha erfährst Du Wissenswertes über das Biosphärenreservat. Gleichzeitig dient es als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Im Zentrum erhalten Touristengruppen und Individualreisende Material und Tipps für eine Tour durch die Heide- und Teichlandschaft.

Haus der tausend Teiche

Warthaer Dorfstraße 29
02694 Malschwitz, OT Wartha
Telefon: +49 35932 36560

Internetseite: www.haus-der-tausend-teiche.de

Öffnungszeiten: Februar bis Dezember von Dienstag bis Sonntag zwischen 09.00 und 17.00 Uhr.

Nützliche Links:

Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft: https://www.biosphaerenreservat-oberlausitz.de/

Veranstaltungen: https://www.biosphaerenreservat-oberlausitz.de/de/veranstaltungen

Tourismus und Unterkünfte: https://www.oberlausitz-heide.de/

 

Quellen:

hier schreibt:

Mario Foerster geb. 1971 ist Blogger, Autor und Herausgeber von Ostsachsen.de. In Görlitz aufgewachsen lebt er als Rückkehrer mit seiner Frau und zwei Söhnen in der Region. Auf Ostsachsen.de findet Ihr Themen für Familien und Neugierige rund um Tourismus, Wirtschaft und Kultur aus der Oberlausitz, der Niederlausitz und dem Dreiländereck.
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