Psychologie

Was ist Fokussierung – Konzentration (Psychologie)

Lerne deinen Fokus stärken!

Fokussierung ist ein wichtiges Stichwort in der Psychologie und gilt vor allem als Schlüssel zu langfristigem Erfolg. Unwichtiges von Wichtigem unterscheiden zu können und zielgerichtet an einer bestimmten Sache zu arbeiten, ist eine Fähigkeit, die vor allem heute wichtig ist. Bei all den Möglichkeiten und (schönen) Ablenkungen, die das Leben für uns bereithält, ist es gar nicht so leicht, den Blick auf das Wesentliche zu behalten.

Gegen und Nehmen im Leben

Was bedeutet Fokussierung in der Psychologie

  1. Fokussierung spielt in vielen verschiedenen Bereichen, auch in der Psychologie und vor allem in der Lernpsychologie, eine wichtige Rolle.
  2. Konzentration und Fokussierung sind nicht dasselbe, beide Zustände liegen aber eng beieinander. Das eine funktioniert ohne das andere nicht.
  3. Sich zu fokussieren ist vor allem in der heutigen Zeit schwer. Es gibt zahlreiche Ablenkungsmöglichkeiten und das Bedürfnis immer auf dem neusten Stand zu sein, ist evolutionär bedingt. Früher schütze es vor möglichen Gefahren, heute ist es wohl eher hinderlich.
  4. Viele Menschen verzetteln sich auf dem Weg der Zielerreichung, weil sie an zu vielen Baustellen gleichzeitig arbeiten.
  5. An seinen Fokussierfähigkeiten kann man arbeiten, dazu ist es wichtig, jegliche Störquellen ausfindig zu machen.

Definition Fokussierung

Fokus bedeutet nichts weiter als Brennpunkt oder Bündelung von Informationen. Indem man den Fokus auf etwas legt, richtet man seine Aufmerksamkeit gezielt auf einen entsprechenden Punkt. Das kann eine bestimmte Situation, ein Mensch oder eine wichtige Information sein. Fokussierung ist eng mit der Konzentration verbunden. Sie ist ein notwendiger Zustand, damit du dich überhaupt konzentrieren kannst.

Inwieweit dir dies gelingt, ist von verschiedenen äußeren und inneren Gegebenheiten abhängig. Das können zum Beispiel

  • dein momentaner psychischer Zustand,
  • die Umgebungsbedingungen, wie Lärm, Licht oder das Wetter,
  • dein körperliches Befinden (Hungergefühl, Müdigkeit, Gesundheitszustand) oder
  • das mentale beziehungsweise motorische Training, welches vorausgesetzt wird, sein.

Achtsamkeit

All diese Faktoren beeinflussen sich wechselseitig und natürlich auch deine Fähigkeit, dich fokussieren und konzentrieren zu können. Beschäftigt und belastet dich etwas emotional, wird es dir auch schwerer fallen, dich auf eine bestimmte Situation zu fokussieren.

Geht es dir gesundheitlich nicht gut oder sind die äußeren Bedingungen nachteilig, ist dasselbe der Fall. Dir schwirrt dann einfach zu viel im Kopf herum. Im psychologischen und mentalen Sinn, handelt es sich also bei der Fokussierung um einen Geisteszustand, bei dem du deine Konzentrationen auf einen bestimmten Punkt richtest. Dabei selektierst du alles Unwichtige aus deinem Aufmerksamkeitsfeld.

Fokussierung im kognitiven Bereich und als Erfolgsindikator

Die Fähigkeit zu fokussieren gilt als wichtiger Schlüssel zum Erfolg, zumindest im beruflichen Kontext. Das liegt auch auf der Hand, denn seine Aufmerksamkeit zielgerichtet und willentlich auf eine Sache zu richten, dürfte einem in den meisten Fällen zugutekommen.

Das macht dich nicht nur ausdauernder, sondern auch belastbarer. Zudem bist du weniger anfällig für Ablenkungen und Störungen. All das sind wichtige Indizien, um gut arbeiten zu können. Natürlich bedeutet das nicht, dass du mit Scheuklappen durchs Leben läufst und nie nach links und rechts schaust. Das wäre fatal, denn dann würdest du eine ganze Menge Chancen verpassen, auch beruflich gesehen.

Wir dürfen die Fähigkeit der Fokussierung nicht über alles andere stellen. Hin und wieder ist es auch notwendig, sich anzupassen und improvisieren zu können. Schließlich läuft das Leben selten nach Plan, weshalb diese Fähigkeiten ebenso wichtig sind. Das Geheimnis zum Erfolg besteht also aus Fokussierung und Improvisation sowie Anpassungsfähigkeit, wann immer es notwendig ist.

Auch im privaten Bereich zum Erreichen von persönlichen Zielen ist es wichtig, sich fokussieren zu können. Es gibt kleinere Ziele, die ziemlich schnell zu erreichen sind. Das Erreichen von großen und komplexen Zielen ist meist eine langfristigere Angelegenheit. Im Hinblick auf diese ist eine mangelnde Fokussierfähigkeit natürlich hinderlich. Wer sein großes Ziel ständig aus den Augen verliert und an allen möglichen Baustellen arbeitet, wird sein Hauptziel kaum erreichen können.

Auch hier darfst du nach links und rechts schauen, aber deine Vision nicht aus dem Blick verlieren und diese mit einem halbwegs klaren Fokus verfolgen. Ob im privaten oder im beruflichen Bereich Fokussierung ist für das Erreichen deiner Ziele wichtig. Folgende drei Tipps solltest du dabei beherzigen.

Achtsamkeit

1. Ehrgeizig sein ist gut, aber nicht um jeden Preis!

Alles perfekt und in einer möglichst kurzen Zeit schaffen zu wollen ist ein Anspruch, den sich viele Menschen, vor allem sehr ehrgeizige, stellen. Doch leider ist dies nicht immer miteinander vereinbar. Eines von beiden leidet, die Zeit oder die Qualität der Arbeit. Priorisierung lautet hier das Stichwort.

Du kannst nicht an allen Baustellen in deinem Leben mit der gleichen Energie und Leidenschaft arbeiten, auch wenn du das vielleicht gern möchtest. Das artet in übermäßigen Aktionismus aus. Statt alles machen zu wollen, fokussiere dich lieber auf das Wichtigste. Suche dir den Punkt von deiner Agenda heraus, welcher am dringendsten erledigt werden muss und welcher den größten Raum in deinem Leben einnimmt.

Erledige diesen Punkt genau und gewissenhaft, dann kannst du ihn auch abhacken. Halbherzig abgeschlossene Aufgaben geistern dir nur ständig im Kopf herum und fordern irgendwann ihren Tribut. Demnach ist auch das viel besagte Multitasking keine gute Idee, zumindest nicht bei wichtigen Aufgaben. Mit der besten Freundin telefonieren und nebenbei Kochen zählt aber nicht unbedingt dazu.

2. Eliminiere jegliche Störquellen!

Gift für den Fokus sind Störquellen aller Art. Zwar ist diese Feststellung nicht sonderlich originell und neu, doch halten sich die Wenigsten wirklich daran. Das Handy immer in Reichweite und nicht lautlos gestellt, das Facebook-Konto auf dem Bildschirm minimiert, die Bürotür offen stehend um bloß nichts zu verpassen und nebenher läuft noch Musik.

Mit dieser ständigen Präsenz befriedigen wir unser natürliches Bedürfnis immer wissen zu wollen, was in der Welt und vor allem in unserer unmittelbaren Umgebung los ist. Dieses Verhalten liegt weit zurück, als der Mensch noch mit der ständigen Angst vor Gefahren lebte. Je umfassender er Bescheid wusste, umso besser konnte er die Lage einschätzen.

Heute ist das natürlich nicht mehr notwendig und trotzdem leben wir dieses Bedürfnis weiterhin aus. Das gelingt uns in den sozialen Netzwerken und durch die Medien besonders gut. Konzentration und Fokussierung sind aber so schwer bis gar nicht möglich. Die Gefahr permanent unterbrochen und abgelenkt zu werden, ist dabei einfach zu hoch.

Achtsamkeit

3. Auf ein Abflachen des Aufmerksamkeitniveaus mit Pausen reagieren!

Niemand kann seine Aufmerksamkeit über eine lange Zeit auf einem konstanten Level halten. Sie unterliegt natürlichen Schwankungen und nach einer gewissen Zeit nimmt sie einfach ab. Das ist einfach so und stellt keinen Grund zur Sorge dar. Dein Gehirn kann die ganzen Eindrücke einfach nicht mehr verarbeiten und so nimmt deine Konzentration ab.

Damit signalisiert es dir, dass dein Pensum für den Moment erreicht ist. Zwinge dich dann nicht dazu, einfach weiter zu machen, das wird deinen Fokus nicht stärken, sondern nur trüben. Pausen sind in diesem Fall das erste Mittel der Wahl, denn danach steigt deine Konzentrationsfähigkeit wieder auf ein höheres Niveau.

Alle 45 maximal alle 90 Minuten solltest du eine Pause einlegen. Was sich in der Schule bewährt hat, eine Schulstunde dauert 45 Minuten, ist auch für die Arbeit gut. Es reichen übrigens schon fünf Minuten Pause aus, dein Gehirn benötigt einfach nur einen kurzen Inputwechsel, um wieder aufnahmebereiter zu sein.

Besonders wirkungsvoll ist dies, wenn du deine Pause in einer anderen Umgebung verbringst. Das sorgt für zusätzliches Abschalten und gestaltet deine Pausen noch effektiver.

Achtsamkeit

Fokussierung in der positiven Psychologie

Nicht nur im Leistungsbereich auch im emotionalen Bereich ist Fokussierung ein wichtiges Stichwort. Leider fokussiert sich der Mensch vielmehr auf das Negative und weniger auf das Positive im Leben.

Auf ein unschönes Ereignis können hundert tolle Dinge kommen, im Gedächtnis bleibt Ersteres. Das liegt daran, dass wir den schlechten Ereignissen mehr Gewicht geben, weil diese Gefahr oder Schmerz bedeuten können oder werden. Unser Gehirn reagiert in erster Linie auf Gefahr und nicht auf Freude, was logisch ist. Freude ist zwar schön, aber für unser Überleben eher irrelevant. Im Gegensatz zu Schmerz, davor möchte uns unsere Psyche natürlicherweise beschützen.

Dieser Selbstschutzmechanismus ist durchaus sinnvoll, doch kann er uns auch unzufrieden machen. Am Ende bleibt dann ein überwiegend schlechtes Leben übrig und das möchte wohl niemand. Versuche daher deinen Fokus vermehrt auf die schönen Dinge und die Situationen, die dir Freude bereiten zu lenken. Das muss nicht immer das riesengroße Glück oder die beflügelnde Liebe sein.

Es reichen auch kleine und unscheinbarere Dinge, die wir manchmal eher für selbstverständlich nehmen. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt heute besonders gut und jemand hat dir nett zugelächelt. Zur Visualisierung und zum Festhalten der positiven Ereignisse, kannst du dir jeden Abend vor dem Zubettgehen fünf Dinge aufschreiben, die gut gelaufen sind.

Diese Maßnahme nennt sich Erfolgstagebuch und hilft dir ein Stück weit dabei, dich auf das Positive zu fokussieren. So gehst du abends mit einem guten Gefühl ins Bett und wenn es mal nicht so läuft, wie du gern möchtest, kannst du dir das Tagebuch zu Gemüte führen und dich von seinem positiven Flow tragen lassen.

Quellen und Wissen zum Thema:

  1. Achtsamkeits-Blog auf Instagram
  2. Newport, Cal & T.A., Jordan: Konzentriert arbeiten. Regeln für eine Welt voller Ablenkungen. REDLINE Verlag, 2017.
  3. Schwarz, Friedhelm: Konzentriert denken. Wie man die Gehirnleistung mit Neuroplastizität verbessert – für mehr Erfolg in Beruf und Alltag. REDLINE Verlag, 2018.
  4. Laschgari, Aljoscha: Wie kann ich meinen Fokus stärken? Verfügbar unter: http://psychologie-einfach.de/fokus-staerken/. Stand: 27.01.2019.
Über unseren Autor

Karoline Poitz hat Psychologie und Germanistik studiert. Sie lebt und arbeitet als Autorin in Sachsen und Thüringen und schreibt auf Ostsachsen.de im Themenbereich Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung.
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