Psychologie

Was ist Achtsamkeit – Mindfulness im Leben

Definition: Achtsamkeit ist die Aufmerksamkeit in einem besonderen Bewusstseins­zustand und kann als Eigenschaft der Persönlichkeit erlangt werden. Die Idee kommt aus dem Buddhismus und dient der Erforschung des eigenen Selbst. Achtsamkeit kann als eine Methode zur offenen und akzeptierende Wahrnehmung genutzt werden um ein glückliches und zufriedenes Leben zu erlangen.

Achtsamkeit

Alles was du über Achtsamkeit wissen musst

Gib Acht! Mehr als einmal hast Du diesen Ausruf gehört. Heute, Jahrzehnte später, rückt diese Phrase vermehrt in den Vordergrund. Die sogenannte Mindfulness hat das Medieninteresse geweckt, und erreicht immer mehr Menschen. Doch was ist Achtsamkeit eigentlich? Versteht sich darunter das Aufpassen im Straßenverkehr? Sicher hat auch das einen gewissen Einfluss auf die Thematik, aber die Bedeutung der eigenen Achtsamkeit geht wesentlich tiefer.

Achtsamkeit

Generell ist der Hinweis auf mehr Achtsamkeit nichts anderes, als die Aufforderung für ein bewussteres Leben. Es ist ein Wink mit dem Zaunpfahl darauf, mehr auf Dich und Deine Umwelt zu achten.

Es sind durchaus die kleinen Dinge, die ein Leben mit mehr Qualität und Intensität versprechen, wenn Du nur genügend darauf achtest. Das fällt besonders am Anfang nicht leicht, doch mit ein paar kleinen Veränderungen im Tagesablauf ist es jedem Menschen möglich, achtsamer durch die Welt zu gehen.

Wie Du mehr Ausgeglichenheit durch Mindfulness erreichst, wird Dir hier verraten. Dabei geht es um

  • Meditation und Atemübungen
  • die Förderung von Kreativität
  • das bewusste Erleben von Genuss
  • Spaziergänge und andere Belohnungen für die Seele
  • das Ablegen der modernen Kommunikation für festgelegte Zeiträume

Achtsamkeit

Achtsamkeit erlangen – Einmal mehr hilft Meditation

Viele Menschen stehen dem Thema Meditation mit Distanz gegenüber. Es wird häufig als Hokuspokus abgetan, der hauptsächlich einer Generation von emanzipierten Frauen zur Entspannung verhelfen soll. Wer solche Behauptungen aufstellt, hat die fernöstliche Kunst der Meditation nicht genug hinterfragt, und auch meist nicht ernsthaft versucht zu meditieren.

Meditation ist eine Übung für Dein Gehirn. Sie hat das Ziel, Deine Seele und Deine Gedanken zu reinigen. Um das zu erreichen, setzt sie Stille gepaart mit positiven Empfindungen voraus. Es gibt die verschiedensten Arten der Meditation. Hier gilt es, eine passende Übung für Dich zu finden. Meditierst Du beispielsweise am Morgen, so wirst Du wesentlich gelassener und erholter in einen neuen Arbeitstag starten. Diese Gelassenheit verhilft Dir mitunter auch zu mehr Achtsamkeit.

Achtsamkeit

Doch auch während der Arbeit ist es möglich, etwas für Geist und Seele zu tun. Atemübungen sind hier das Gebot der Stunde. Atme mehrmals tief durch die Nase ein, und durch den leicht geöffneten Mund wieder aus.

Allein diese einfache Vorgehensweise wirkt sich beruhigend auf Dein inneres Ich aus, und gibt Dir neue Energie, um auch den Rest des Tages gut zu schaffen. Natürlich kannst Du diese Atemübungen mehrmals am Tag wiederholen, sie werden immer wieder den gleichen Effekt haben, und Deine Ruhe eher verstärken, als diese zu stören.

Werde kreativ und entspanne dabei!

Es ist tatsächlich so einfach, wie es klingt. Finde ein Hobby, oder vertiefe ein bereits Vorhandenes. Ob Du nun gerne kochst, malst oder handwerklichen Arbeiten nachgehst, ist dabei vollkommen gleichgültig. Wichtig ist, dass Du die Tätigkeit magst, und es genießt, ihr nachzugehen.

Dabei entspannt sich Dein Körper und Deine Energieleiste wird wieder aufgefüllt. Als Folge daraus wirst Du konzentrierter und aufmerksamer durch den Alltag gehen. Diese neu gewonnene Aufmerksamkeit wiederum lässt Dich Dein Leben intensiver spüren. Vieles wird kraftvoller und leidenschaftlicher, wenn Du Dir nur genug Zeit nimmst, um in Deiner Freizeit das zu tun, was Dir Spaß macht. Außerdem hilft die Kreativität nicht nur Dir, sondern es entstehen mitunter Dinge, die für die ganze Familie von Nutzen sein können.

Achtsamkeit

Farben, Gerüche und der Geschmack

Hast Du in letzter Zeit bewusst gekocht? Du magst Dich jetzt fragen, was diese Frage soll. Sie ist jedoch nicht so abwegig, wie sie auf den ersten Blick erscheint. Das bewusste Kochen ist den Menschen der heutigen Zeit fast abhandengekommen.

Die Gerichte sollen nach Möglichkeit einfach und schnell in der Zubereitung sein. Dabei ist es ein Zeichen von Achtsamkeit, wenn Du Wert auf die Verwendung von guten Zutaten und eine gesunde Ernährung legst. Das fängt bereits beim Einkaufen an. Nimm das zu verwendende Obst und Gemüse genau unter die Lupe. Woher kommt es, wie fühlt es sich in der Hand an und was symbolisiert die Farbe über die Reife der Frucht?

Bei der Zubereitung selbst nimmst Du dann den Geruch auf, während Du eine um die andere Zutat hinzufügst und nicht zuletzt solltest Du beim Essen den Geschmack der Mahlzeit würdigen. Lass Dir Dein Mahl buchstäblich auf der Zunge zergehen, statt es einfach nur zu essen. Es geht hier nicht nur um die schiere Nahrungsaufnahme, sondern um den Genuss an sich, der das Essen zu einer Art Ritual macht. Im Übrigen ist es gesund, langsam und mit Bedacht zu essen.

Die sprichwörtliche Oase der Ruhe

Wann hast Du zuletzt einen Spaziergang gemacht? Nimm Dir bei Deinen Spaziergängen Zeit und sieh Dich dabei um. Achte auf die Menschen, die Straßen und natürlich ebenso auf die Natur. Höre das Rauschen des Windes und das Singen der Vögel.

Nur allzu oft werden Nebengeräusche als selbstverständlich hingenommen und oftmals ausgeblendet. Dabei streichelt ein Spaziergang die Seele, wenn Du Deiner Umwelt mehr Achtsamkeit entgegenbringst. Die Welt sieht bei jedem Walk ganz anders aus.

Das kann jahreszeitlich bedingt sein, oder einfach durch einen Umschwung des Wetters geschehen. Das Spiel der Farben und Geräusche wird häufig einfach nicht beachtet. Fällt Dir das Lachen von Kindern auf, die im sonnendurchfluteten Park spielen? Hörst Du das Plätschern des Wassers, wenn Du an einem Brunnen oder Bach vorbeikommst? Das Gehörte macht bei der Achtsamkeit einen großen Unterschied, und zeigt Dir das Leben aus immer anderen Blickwinkeln.

Im Übrigen ist es ein Genuss, nach einem Spaziergang nach Hause zu kommen. Dein Heim sollte für Dich zur Oase der Ruhe und Ausgeglichenheit werden.

Um das zu erreichen, musst Du Dich darin natürlich wohlfühlen. Manchmal reicht es einfach, ein wenig aufzuräumen, in anderen Fällen bedarf es ein wenig mehr Arbeit, um Dein Zuhause zu einem Wohlfühlort zu machen.

Dabei musst Du nicht einmal viel Geld in die Hand nehmen, sondern einfach ein paar Möbel und Dekorationen anders anordnen. Wann es richtig ist, wirst Du wissen, wenn Du die Harmonie im neuen Arrangement fühlst. Dann wird das Heimkommen nach jedem Arbeitstag ein Fest für die Sinne.

Achtsamkeit

Den Fluch der modernen Welt brechen

Zweifellos ist es schön mit der Welt verbunden zu sein. Das kann durch das Internet und einem Computer passieren, oder einfach durch das Telefon und ein Handy. Der Nebeneffekt der heutigen Kommunikationsmittel ist allerdings alles andere als nur positiv.

Du wirst nämlich rund um die Uhr erreichbar. Leider erstreckt sich diese Erreichbarkeit nicht nur auf die Familie oder Deine Freunde, sondern auch auf Deinen Arbeitsplatz. Du bemerkst diesen negativen Beigeschmack der kontinuierlichen Erreichbarkeit meistens gar nicht, denn er ist für die Menschen der heutigen Zeit zum normalen Zustand geworden. Das Handy klingelt, und Du nimmst den Anruf entgegen.

Wie finde ich mein inneres Kind?

Achtsamkeit für dein Inneres Kind? Copyright: Yaalan bigstockphoto

Um ein erfülltes Leben mit mehr Achtsamkeit zu führen, solltest Du diesen Zustand ändern. Leicht wird es nicht werden, immerhin bist Du daran gewöhnt, nichts zu verpassen und immerzu für andere Menschen da zu sein. Aber für Deinen Seelenfrieden muss es einfach Momente geben, die nur Dir ganz allein gehören. Du musst die restliche Welt ausblenden.

In den meisten Fällen ist dieses Ziel nur schrittweise erreichbar. Dabei musst Du konsequent vorgehen. Setze Dir selbst einen Zeitraum, an dem Du nicht von E-Mails oder Anrufen gestört werden möchtest.

Du wirst feststellen, dass Du in der ersten Zeit wiederholt dem Drang widerstehen musst, nicht auf das Display Deines Smartphones zu sehen. Am besten ist es, wenn Du das Gerät einfach ganz abschaltest. Beginne mit kleinen täglichen Zeitspannen, beispielsweise einer halben Stunde. Versuche in dieser Zeit Dich zu entspannen, lese ein Buch oder höre einfach Musik.

Vielleicht möchtest Du Dich auch mit Freunden auf eine Tasse Kaffee treffen, ohne von Nachrichten oder Telefonaten gestört zu werden? Sich Menschen zu widmen ist hier ein sehr guter Weg, um die sonst allgegenwärtige Möglichkeit der Kommunikation zu vergessen.

Schließlich ist eine persönliche Unterhaltung so viel intensiver als das Tippen auf einem Display, um sich mitzuteilen. Stück für Stück wirst Du die Zeit ohne Handy oder PC genießen. Du solltest es so weit bringen, dass Du mindestens eine Stunde am Tag nicht für jede Person zu erreichen bist.

Achtsamkeit

Was bringt Dir Achtsamkeit?

Die viel erwähnte Mindfulness ist der beste Weg, Dir ein ausgeglichenes Leben zu ermöglichen oder zurückzugeben. Du kannst dabei nur profitieren, weil

1.) Du Deine Umgebung mehr schätzen wirst
2.) Du konzentrierter und mehr effektiv arbeiten wirst, ohne Dich anstrengen zu müssen
3.) Du Deine Mitmenschen besser zu verstehen lernst
4.) Du Deine Beziehungen intensiver erleben kannst

Letztlich wird es Dich und Deine Sichtweise verändern, und Du wirst in der Lage sein, Vorkommnisse anders zu bewerten und Lösungen für Probleme zu finden, die Du vorher gar nicht bedacht hast.

Die Interaktion mit anderen Menschen wird sich Schritt für Schritt wieder einstellen, wenn Du vorher eher zurückgezogen gelebt hast. Das Bedürfnis Dich mitzuteilen und zu helfen wird die Lebensqualität verbessern, statt sich wie eine notwendige Pflicht anzufühlen.

Mit mehr Achtsamkeit durchs Leben zu gehen bringt aber nicht nur Dir Vorteile, sondern auch den Leuten, mit denen Du zu tun hast. Diesen wirst Du mit einem ganz neu entdeckten Interesse gegenüberstehen, was Dich in deren Augen sympathischer erscheinen lässt. Sicherlich ist Achtsamkeit nicht das Allheilmittel aller Probleme, dennoch ist es ein sehr wichtiger Schritt in Richtung einer verbesserten Lebensqualität.

Quellen und Wissen zum Thema:

  1. Achtsamkeits-Blog auf Instagram
  2. einfache Achtsamkeitsübungen auf zeitblueten.com mehr lesen↑
  3. Achtsamkeitstraining von Prof.Dr.Kabat-Zinn mehr lesen↑
  4. Ruth A. Baer u. a.: Construct Validity of the Five Facet Mindfulness Questionnaire
Über unseren Autor

Stefanie Iatrou ist Psychologin, Meditatorin und Mentorin, als Autorin schreibt sie im Ratgeberbereich für Ostsachsen.de über Themen der Psychologie, Persönlichkeitsentwicklung und Partnerschaft.
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